Sergej Lawrow: Europa führt laut Moskau Krieg gegen Russland
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat seine Rhetorik gegenüber Europa deutlich verschärft. Nach seiner Auffassung führen europäische Länder einen Krieg gegen Russland, da sie Waffen an die Ukraine liefern, welche gegen russische Streitkräfte eingesetzt werden. Gleichzeitig kündigte Lawrow an, dass Moskau und Washington weitere Gespräche zu umstrittenen Themen vorbereiten.
Lawrows Aussage von einem „Krieg Europas gegen Russland“ ist eine politische Position des russischen Chefdiplomaten und kein formaler Kriegszustand zwischen Russland und den europäischen Staaten.
Lawrow: „Ich habe keinen Zweifel, dass dies Krieg ist“
Lawrow äußerte sich am Rande des Treffens des Internationalen Diskussionsklubs Valdaj.
Er begründete seine Position damit, dass europäische Länder Waffen an die Ukraine liefern, mit denen die ukrainische Armee russische Truppen und Ziele angreift.
Aus dieser Sichtweise folgert Lawrow, dass es sich um einen Krieg Europas gegen Russland handle.
Bereits vor einigen Tagen hatte Lawrow ähnlich scharfe Worte gefunden und den europäischen Staaten vorgeworfen, Trumps Weg zu Friedensverhandlungen zu blockieren.
Es ist zu betonen, dass es sich hierbei um die Interpretation Moskaus handelt. Militärische Unterstützung für die Ukraine ist nicht automatisch mit einer formellen Kriegserklärung an Russland gleichzusetzen.
Moskau bereitet neue Gespräche mit Washington vor
Parallel zu den scharfen Tönen gegenüber Europa wurde auch über weitere russisch-amerikanische Kontakte informiert.
Lawrow kündigte an, dass Verhandlungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten über strittige Fragen in naher Zukunft stattfinden sollen.
Nach eigenen Angaben hat er sich mit dem US-Außenminister Marco Rubio auf diese Gespräche geeinigt.
Fachleute beider Seiten müssten noch den genauen Termin und Ort für das Treffen festlegen.
In den vergangenen Wochen haben sich die Kontakte zwischen Moskau und Washington verstärkt. Aktualizovane.sk hatte bereits berichtet, dass die USA Wladimir Putin zum G20-Gipfel in Miami einladen wollen und auch ein teilweiser Waffenstillstand im Gespräch ist.
Russland und die USA verhandeln – der Krieg geht weiter
Eine entscheidende Wende für den Krieg in der Ukraine hat der Dialog zwischen Washington und Moskau bislang jedoch nicht gebracht.
Lawrow betont wiederholt, Russland strebe nicht nur eine kurzfristige Feuerpause an, sondern eine umfassende Einigung, die aus Moskauer Sicht die Ursachen des Konflikts lösen soll.
Die Ukraine und ihre Partner vertreten in Fragen eines möglichen Friedens eigene Positionen.
Der Unterschied zwischen der Diplomatie und der Lage an der Front bleibt somit weiterhin groß.
Kyjiw erneut unter Beschuss
Zum Zeitpunkt von Lawrows Äußerungen gingen russische Angriffe auf die Ukraine weiter.
Aus Kyjiw und weiteren Regionen wurden Einschläge von Drohnen und Raketen gemeldet. Ukrainische Behörden berichteten von Schäden an Gebäuden und Infrastruktur, wobei die Luftabwehr laut Angaben einen Teil der Ziele abgefangen habe.
Die Sicherheitslage in der Hauptstadt verschlechterte sich so sehr, dass die Taras-Schewtschenko-Universität in Kyjiw entschied, vorübergehend auf Online-Unterricht umzustellen.
Lawrows Stellungnahmen erfolgen also in einer Zeit, in der einerseits neue Kontakte zwischen Moskau und Washington geknüpft werden und andererseits die Kämpfe auf dem Schlachtfeld weiterhin täglich anhalten.
Moskau sendet zwei verschiedene Signale
Russland verfolgt aktuell eine doppelte Linie.
Zum einen nutzt Lawrow eine zunehmend harte Sprache gegenüber Europa und behauptet, der Kontinent führe Krieg gegen Russland.
Zum anderen kündigt er parallel weitere Gespräche mit den Vereinigten Staaten an.
Wie diese Kontakte ausgehen werden, ist bislang offen. Die Tatsache, dass überhaupt Gespräche stattfinden, bedeutet noch nicht, dass ein Kriegsende bevorsteht.
Quelle: Pravda
LESEN SIE AUCH
Lawrow lehnt in der UNO Waffenstillstand für Ukraine ab. Russland fordert dauerhafte Einigung.
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.