Ukrainischer Geheimdienst warnt vor neuer Welle russischer Sabotageakte in Europa
Der ukrainische Militärgeheimdienst (HUR) warnt vor einer möglichen Ausweitung russischer hybrider Operationen in Ländern der Europäischen Union und der NATO. Nach Angaben aus Kiew sollen russische Geheimdienste die Anweisung erhalten haben, die Vorbereitung von Sabotageakten zu intensivieren. Ziel sei es, die Unterstützung für die Ukraine sowie die Fähigkeiten des Nordatlantikpakts zu schwächen.
Laut HUR wurden die europäischen Partner bereits über das Risiko informiert. Es handelt sich um eine Einschätzung des ukrainischen Geheimdienstes, die jedoch nicht als unabhängige Bestätigung zu verstehen ist, dass alle angekündigten Operationen tatsächlich stattfinden werden.
Im Visier: Militärische Anlagen und Infrastruktur
Den Angaben des ukrainischen Geheimdiensts zufolge gehören militärische Einrichtungen, kritische Infrastrukturen und Kommunikationsanlagen zu den potenziellen Zielen.
Besondere Aufmerksamkeit widmet HUR dabei den Starlink-Kommunikationsstationen. Diese könnten eine wichtige Rolle bei der Kommunikation und der Datenübertragung spielen und werden deshalb als mögliches Ziel künftiger Sabotageakte genannt.
Gleichzeitig gibt HUR an, dass Russland Personen direkt in Europa anzuwerben versucht, um Sabotagehandlungen durchzuführen. Laut HUR könnten dabei sowohl der russische Militärgeheimdienst GRU als auch der Inlandsgeheimdienst FSB in den Rekrutierungsprozess eingebunden sein.
Europa beschäftigt sich bereits mit ähnlichen Vorfällen
Die aktuelle Warnung fällt in eine Zeit, in der mehrere europäische Staaten auf die wachsende Bedrohung durch hybride Angriffe aufmerksam machen.
Deutschland etwa macht Russland für einen versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig verantwortlich. Estland wiederum erklärte, ein Brand im August auf dem Gelände des Rüstungsunternehmens Milrem Robotics in Tallinn sei nach Einschätzung seines Nachrichtendienstes eine von russischen Spezialdiensten beauftragte Sabotage gewesen. Moskau weist diese Vorwürfe zurück.
In den vergangenen Monaten kam es auch in weiteren europäischen Ländern zu ähnlichen Vorfällen. Europa ist bereits mit einer Serie von Sabotageakten konfrontiert, und die Sicherheitsbehörden warnen vor einer möglichen weiteren Eskalation.
NATO verweist auf hybride Kriegsführung
Auch Vertreter der NATO machen auf die zunehmende Gefahr aufmerksam. Der Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Europa, Alexus Grynkewich, rief europäische Regierungen jüngst dazu auf, Russland im Fall von Angriffen und Destabilisierungsmaßnahmen öffentlich verantwortlich zu machen – sofern es entsprechende Beweise gebe.
Grynkewich zufolge zielen Sabotage, Cyberangriffe, Drohnenvorfälle und andere hybride Aktivitäten insbesondere darauf ab, die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben. Zudem betont er, dass die NATO die Kosten für Staaten erhöhen müsse, die solche Operationen durchführen.
Bereits im September hatte NATO-Vertreter John Stringer darauf hingewiesen, dass Moskau Sabotage, Spionage und weitere hybride Operationen nutzen könnte, um die Reaktion des Bündnisses zu testen. Zugleich forderte er die Mitgliedstaaten auf, umsichtig zu agieren und überzogene Reaktionen zu vermeiden.
Das Ziel: Schwächung der Unterstützung für die Ukraine
Nach Einschätzung des ukrainischen Geheimdiensts HUR verfolgen die geplanten Operationen ein übergeordnetes strategisches Ziel. Sie sind nicht nur auf die Schädigung einzelner Einrichtungen ausgerichtet, sondern sollen vor allem die europäische Unterstützung für die Ukraine sowie die Verteidigungsfähigkeit der NATO schwächen.
Solche Operationen gehören zur Kategorie der hybriden Bedrohungen. Im Gegensatz zu einem offenen militärischen Angriff umfassen sie neben Sabotage auch Cyberattacken, Spionage, Desinformationskampagnen oder Eingriffe in kritische Infrastrukturen.
Gerade die Kombination unterschiedlicher Methoden erschwert eine eindeutige Zuordnung des Verursachers ebenso wie die Festlegung der passenden Reaktion.
Russland steht europaweit unter Verdacht
Einige europäische Sicherheitsdienste haben bereits öffentlich konkrete Fälle mit russischen Nachrichtendiensten in Verbindung gebracht. In anderen Fällen dauern die Ermittlungen noch an oder die Behörden haben bisher keine Angaben zur Urheberschaft gemacht.
Auch in der Slowakei haben die Sicherheitskräfte in den letzten Monaten einen geplanten Angriff auf eine Drohnenfabrik aufgeklärt. Nach bisher bekannten Informationen konnte die Polizei einen Anschlag auf ein Werk bei Prešov verhindern, wobei die slowakischen Behörden bislang keinen konkreten Auftraggeber öffentlich bestätigt haben.
Es ist daher wichtig, zwischen Fällen, bei denen Behörden bereits ihre Erkenntnisse veröffentlicht haben, und Warnungen der Geheimdienste vor möglichen zukünftigen Operationen zu unterscheiden.
Europäische Staaten verstärken den Schutz kritischer Infrastruktur
Die wachsende Sorge vor hybriden Angriffen sorgt in europäischen Ländern für verstärkte Sicherheitsmaßnahmen. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Rüstungsindustrie, die Energieversorgung, der Transportsektor, Kommunikationsnetze und andere kritische Infrastruktur.
Dänemark etwa hatte bereits zuvor vor Aktivitäten russischer Geheimdienste gegen den heimischen Verteidigungssektor gewarnt. Besonderes Augenmerk gilt dabei Unternehmen, die an militärischer Unterstützung für die Ukraine beteiligt sind. Die dänischen Sicherheitsbehörden haben zudem auf das Risiko von Sabotageakten gegen die Verteidigungsindustrie hingewiesen.
Warnung kommt in einer sensiblen Phase
Die jüngste Stellungnahme des ukrainischen Geheimdienstes fügt sich in das Bild eines gestiegenen Fokus der europäischen Sicherheitsdienste auf russische hybride Aktivitäten ein.
HUR geht davon aus, dass die geplanten Operationen mehrere Mitgliedsstaaten der EU und NATO betreffen könnten. Bislang bleibt es jedoch bei einer Warnung der Nachrichtendienste; Hinweise auf tatsächlich durchgeführte neue Sabotageakte liegen bisher nicht vor.
Es bleibt abzuwarten, ob die europäischen Sicherheitsdienste konkrete Fälle oder Beweise veröffentlichen, die die Warnungen weiter untermauern.
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.