Russland stockt Armee weiter auf: Rekordausgaben für Verteidigung 2027 geplant
Russland baut seine militärischen Kapazitäten weiter aus. Präsident Wladimir Putin hat ein neues Dekret unterzeichnet, das die zulässige Zahl der Soldaten in den Streitkräften um 15.500 erhöht. Für das Jahr 2027 plant Moskau zudem Rekordausgaben für die Verteidigung in Höhe von 17,1 Billionen Rubel. Die steigenden Militärausgaben setzen jedoch die russischen Staatsfinanzen unter Druck, weshalb die Regierung auch neue Steuern in Aussicht stellt.
Russlands Armee soll auf über 1,55 Millionen Soldaten wachsen
Laut Putins aktuellem Dekret wird die Gesamtstärke der russischen Streitkräfte auf 2.441.630 Personen festgelegt, davon sollen 1.550.500 Soldaten sein. Die Regierung ist verpflichtet, die nötigen finanziellen Mittel bereitzustellen, um diese Festlegungen umzusetzen.
Es ist bereits die vierte Entscheidung dieser Art, die der russische Präsident im Jahr 2026 getroffen hat. Vorangegangene Änderungen gab es im März, Juni und Juli. Seit Jahresbeginn wurde die genehmigte Soldatenzahl insgesamt um 47.860 erhöht.
Das Dekret selbst nennt jedoch weder die Gründe für die erneute Aufstockung noch auf welchem Wege die neuen Stellen besetzt werden sollen.
Russland bereitet historisch hohen Militärhaushalt vor
Mit dem Zuwachs bei den Truppen geht auch eine geplante Erhöhung der Verteidigungsausgaben einher.
Nach Haushaltsunterlagen, auf die sich Reuters beruft, will Russland im Jahr 2027 insgesamt 17,1 Billionen Rubel in die Verteidigung investieren – das entspricht etwa 202,6 Milliarden US-Dollar.
Im Vergleich zu den ursprünglich geplanten 13,5 Billionen Rubel wäre dies ein Anstieg um rund 27 Prozent. Zudem wäre es die höchste je vorgesehene Ausgabensumme seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine 2022.
In den kommenden drei Jahren sollen laut den Dokumenten insgesamt rund 50 Billionen Rubel in die Verteidigung fließen.
Eine Erhöhung des Verteidigungsetats beobachten auch die NATO-Staaten. Das Bündnis modernisiert seine Streitkräfte und nutzt Erkenntnisse aus dem Ukraine-Krieg.
Krieg lastet zunehmend auf Russlands Staatsfinanzen
Höhere Militärausgaben kommen in einer Phase, in der Moskau mit einem wachsenden Haushaltsdefizit ringt.
Die Defizitprognose für den russischen Staatshaushalt 2026 wurde von ursprünglich 1,6 Prozent auf 3,2 Prozent des BIP erhöht. Die gesamten Staatsausgaben sollen dieses Jahr 48,6 Billionen Rubel erreichen, was etwa 20,9 Prozent des BIP entspricht.
Zudem plant Russland eine höhere Neuverschuldung: Für 2026 ist eine Steigerung um 26 Prozent auf fünf Billionen Rubel vorgesehen.
Zur Abdeckung eines Teils des Haushaltsdefizits sollen außerdem 459 Milliarden Rubel aus dem Nationalen Wohlstandsfonds entnommen werden.
Moskau plant Steuererhöhungen
Die steigenden Verteidigungsausgaben werden sich auch steuerpolitisch bemerkbar machen.
Die russische Regierung plant, im Jahr 2027 einige Steuern zu erhöhen, darunter eine Sondersteuer auf Gewinne von Unternehmen im Rohstoff- und Metallsektor. Laut Haushaltsdokumenten könnten dadurch jährlich rund 200 Milliarden Rubel zusätzlich eingenommen werden.
Parallel dazu wird mit einem weiteren Anstieg der Staatsverschuldung gerechnet. Für 2027 liegt die Prognose bei 21,7 Prozent des BIP – nach 19,9 Prozent im Jahr 2026. Die russischen Behörden hatten in der Vergangenheit die 20-Prozent-Marke als sicher bewertet.
Weniger Mittel für zivile Bereiche zu erwarten
Der Anstieg der Verteidigungsausgaben dürfte auch die anderen Bereiche des Staatshaushalts beeinflussen.
Laut von Reuters ausgewerteten Dokumenten sollen 2027 die Ausgaben für Sozialpolitik, Bildung und Gesundheitswesen sinken. Konkret ist ein Rückgang für die Sozialpolitik um rund sieben Prozent, für Bildung um sechs Prozent sowie für das Gesundheitswesen um 6,8 Prozent geplant.
Es handelt sich um geplante Zahlen, die sich im weiteren Haushaltsverfahren noch ändern können.
Armee-Aufstockung während anhaltender Kriegslage
Das neue Dekret kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem der Krieg in der Ukraine bereits seit über viereinhalb Jahren andauert.
Laut den russischen Unterlagen bedeutet die Erhöhung der Truppenstärke jedoch nicht automatisch eine neue Mobilisierungswelle. Das russische Führung lehnt entsprechende Spekulationen ausdrücklich ab.
Die Aufstockung könnte stattdessen Teil des generellen Bestrebens Moskaus sein, die militärischen Kapazitäten aufrechtzuerhalten und schrittweise auszubauen.
Die Entwicklung neuer Militärtechnologien beeinflusst zudem die Kriegsführung. Auch die NATO investiert verstärkt in Drohnen, Luftabwehr, elektronische Kriegführung und weitere Technologien.
Putin vergrößert die Armee – Haushalt unter Druck
Die aktuellen Entscheidungen Moskaus verdeutlichen die anhaltende Priorisierung militärischer Ausgaben. Für 2027 sind Rekordsummen für die Verteidigung vorgesehen, parallel wächst die Zahl der Soldaten weiter.
Diese Strategie hat jedoch ihren Preis: Ein wachsendes Defizit, steigende Verschuldung, der Griff in Reserven und geplante Steuererhöhungen zeigen, wie sehr das Kriegsgeschehen Russlands Wirtschaft belastet.
Ob es Moskau gelingt, die geplanten Militärausgaben beizubehalten, ohne noch drastischere Einschnitte in anderen Bereichen vorzunehmen, bleibt abzuwarten.
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.