Zelenskyj setzt auf stärkere US-Unterstützung nach Wahlsieg der Demokraten
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verbindet den Sieg der Demokratischen Partei bei den US-Kongresswahlen im November mit der Hoffnung auf mehr militärische und finanzielle Unterstützung für Kiew. Selenskyj betonte, dass eine entschlossenere Hilfe aus den USA auch die Entscheidungsfindung des russischen Präsidenten Wladimir Putin beeinflussen und die Friedensverhandlungen voranbringen könnte.
Diese Aussagen machte Selenskyj im Interview mit dem deutschen Fernsehsender ZDF. Er hob hervor, dass die Demokraten nach den Wahlen eine klarere Position zur Unterstützung der Ukraine vertreten und dass die Wiederaufnahme einer engen Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa für Kiew von zentraler Bedeutung sei.
Das Wahlergebnis vom 3. November 2026 könnte die Kräfteverhältnisse in Washington spürbar verändern. Laut vorläufigen Ergebnissen sicherten sich die Demokraten die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses. Die neue Legislaturperiode beginnt im Januar.
Selenskyj erwartet stärkere Unterstützung für die Ukraine
Selenskyj würdigte ebenfalls republikanische Politiker, die weiterhin Hilfe für die Ukraine unterstützen. Dennoch betonte er, dass insbesondere Demokraten die militärische und finanzielle Unterstützung offener und klarer thematisieren.
„Ich bin auch den Republikanern dankbar, aber die Demokraten sprechen sehr deutlich über Unterstützung und Hilfe für die Ukraine“, sagte Selenskyj im Interview, aus dem Teile von der Nachrichtenagentur Reuters verbreitet wurden.
Aus Sicht des ukrainischen Präsidenten ist es entscheidend, dass die USA die engen Beziehungen zu ihren europäischen Verbündeten erneuern. Für Kiew sei die Zusammenarbeit zwischen Washington und den europäischen Ländern eine zentrale Voraussetzung, um sich gegen die russische Aggression zu verteidigen.
Selenskyj erinnerte zudem daran, dass ohne ein abgestimmtes Vorgehen der USA und der EU ein Stopp der russischen Invasion besonders schwer umzusetzen wäre.
Kiew sieht größere US-Hilfe als Einflussfaktor für Putin
Laut Selenskyj könnte eine Ausweitung der amerikanischen Militär- und Finanzhilfe den Handlungsrahmen des Kremls verändern. Wenn Moskau sehe, dass die Ukraine weiterhin über ausreichende Ressourcen zur Verteidigung verfüge, müsste Putin die Sinnhaftigkeit einer Fortsetzung des Krieges überdenken.
Der ukrainische Präsident äußerte die Erwartung, dass eine gestärkte Unterstützung durch den Kongress geeignet sei, die Voraussetzungen für Friedensverhandlungen zu verbessern.
Allerdings handelt es sich bei diesen Erwartungen um die Einschätzung Selenskyjs; das demokratische Wahlergebnis allein garantiert weder die Bewilligung neuer Hilfspakete, noch eine Richtungsänderung in der US-Außenpolitik.
Entscheidend wird sein, welche konkreten Vorschläge dem US-Kongress vorgelegt werden und ob diese die notwendige Unterstützung der Abgeordneten erhalten.
Demokraten übernehmen Kontrolle über beide Kongresskammern
Das Ergebnis der Novemberwahlen stellt einen bedeutenden Wendepunkt in der US-Politik dar. Die Demokraten errangen eine Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat, was ihnen ab Januar größere Gestaltungsmöglichkeiten im Gesetzgebungsprozess einräumt.
Die Kontrolle über den Kongress spielt besonders im Bereich der Auslandshilfen eine wichtige Rolle. Die Abgeordneten können über neue Finanzpakete entscheiden, über Haushaltsmittel befinden sowie die Maßnahmen der Regierung von Präsident Donald Trump kontrollieren.
Mit der Mehrheit könnten die Demokraten die Bewilligung direkter militärischer und finanzieller Hilfen für die Ukraine erneut vorantreiben. Dennoch ist bei mehreren Initiativen mit Widerstand der Republikaner und mit den Kompetenzen des Präsidenten zu rechnen.
Einige Gesetzesvorhaben könnten zudem am Veto von Trump scheitern. Um dieses zu überstimmen, ist eine Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern des Kongresses notwendig – eine breite parteiübergreifende Einigung wäre dann Voraussetzung.
Trumps Ukraine-Politik bleibt entscheidender Faktor
Der Sieg der Demokraten fällt in eine Phase angespannter Beziehungen zwischen Donald Trump und der ukrainischen Regierung.
In den vergangenen Monaten bemühte sich Selenskyj um einen besseren Dialog mit dem US-Präsidenten. Die Beziehung war insbesondere durch ein Treffen im Oval Office des Weißen Hauses im Februar 2025 belastet, bei dem Trump die ukrainische Führung für ihren Umgang mit US-Hilfen kritisierte.
In der Folge hat Washington die direkte militärische und finanzielle Unterstützung eingeschränkt. Zudem unternahm die Trump-Administration Schritte, die von Teilen des US-Kongresses kritisiert wurden, etwa im Hinblick auf die Lockerung bestimmter Beschränkungen im Energiebereich gegenüber Russland.
Mit ihrer Mehrheit erhalten die Demokraten nun stärkere Kontrollmechanismen gegenüber Trumps Entscheidungen, auch wenn sie die Kompetenzen der Exekutive in Diplomatie und Militäreinsätzen nicht automatisch übernehmen können.
Europa strebt engere Zusammenarbeit mit dem neuen Kongress an
Selenskyjs Äußerungen erfolgen auch vor dem Hintergrund, dass europäische Entscheidungsträger die USA auffordern, die Unterstützung für die Ukraine fortzusetzen und den Druck auf Russland zu erhöhen.
Die US-Unterstützung ist für Europas Staaten nicht nur aus finanzieller Sicht entscheidend: Amerika liefert auch militärische Fähigkeiten, Technologien und Geheimdienstinformationen, die Europa kurzfristig nicht eigenständig bereitstellen kann.
Einige europäische Politiker sehen im Sieg der Demokraten eine Gelegenheit, die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren. Gleichzeitig warnen sie, dass Europas Sicherheit nicht ausschließlich von US-Wahlen abhängig gemacht werden darf.
Die österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger betonte in diesem Zusammenhang, dass Europa seine eigene Verteidigungsfähigkeit stärken müsse. Die Sicherheit und der Wohlstand Europas sollten nicht davon abhängen, wie Amerikaner in einzelnen Bundesstaaten abstimmen.
Friedensgespräche gehen weiter – entscheidende Fragen offen
Der Machtwechsel im US-Kongress fällt mit der Vorbereitung einer weiteren Runde diplomatischer Gespräche über ein Kriegsende zusammen. Die USA planen für den 10. und 11. November 2026 ein Treffen von Vertretern der Ukraine und Russlands in Abu Dhabi.
Themen sollen Möglichkeiten zur Beendigung der Kämpfe, Sicherheitsgarantien für die Ukraine und weitere Schritte zu einer friedlichen Lösung sein.
Selenskyj unterstrich, dass die Ukraine bereit zu weiteren diplomatischen Bemühungen sei. Zugleich brauche Kiew aber die Zusicherung, dass eine Vereinbarung nicht nur eine temporäre Waffenruhe bleibt, nach der Russland neue Angriffe starten könnte.
Über die vorbereiteten Gespräche berichteten wir auch im Artikel: „Selenskyj hofft auf Treffen mit Putin. Die Verhandlungen in Abu Dhabi könnten den Weg zum Frieden öffnen.“
Was das Wahlergebnis für die Ukraine bedeuten könnte
Die demokratische Mehrheit im Kongress kann den Druck auf die Trump-Administration erhöhen, die Unterstützung für Kiew fortzusetzen. Zudem eröffnen sich Spielräume für neue Gesetzesinitiativen sowie die Kontrolle über Entscheidungen des Weißen Hauses zu Russland und Ukraine.
Für die Ukraine bleibt jedoch entscheidend, ob sich die politische Unterstützung auch in konkrete Waffenlieferungen und finanzielle Mittel umsetzt. Das Land benötigt stabile Ressourcen für Verteidigung, Staatsfunktionen und den Wiederaufbau seiner Infrastruktur.
Selenskyj sieht das Wahlergebnis daher als Chance für eine stärkere internationale Unterstützung. Ob sich seine Erwartungen erfüllen, entscheiden letztlich die konkreten Maßnahmen des neuen Kongresses und die weitere Entwicklung der Beziehungen zwischen Washington, Kiew und Moskau.
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.