Falsche Bombendrohungen sorgen für Chaos im europäischen Flugverkehr – EU verstärkt Sicherheitsmaßnahmen
Eine Serie von falschen Bombendrohungen hat den Flugverkehr in Europa erheblich gestört. Zahlreiche Maschinen der Fluggesellschaften Aer Lingus, Wizz Air und Ryanair mussten ihren Kurs ändern und auf Ausweichflughäfen landen. Bei den anschließenden Kontrollen wurde kein Sprengstoff gefunden. Die Europäische Union stimmt daher Gegenmaßnahmen eng mit den Mitgliedsstaaten und Sicherheitsinstitutionen ab. Die Ermittler können bisher nicht bestätigen, ob zwischen den einzelnen Vorfällen ein Zusammenhang besteht.
Nach Angaben vom 5. November waren die Drohungen an einem Tag mindestens 15 Flüge betroffen. Bereits zu Wochenbeginn sollen sieben weitere Maschinen ähnliche Warnungen erhalten haben. Das Ausmaß der Ereignisse wirft Fragen zur Sicherheit der zivilen Luftfahrt und zu möglicher Koordination der Täter auf.
Europäische Kommission aktiviert Zusammenarbeit bei Sicherheit
Die Europäische Kommission erklärte, die Situation in Kooperation mit den nationalen Behörden sowie der Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit (EASA) aufmerksam zu beobachten. Zudem wurde ein europäischer Mechanismus zum Austausch von sicherheitsrelevanten Informationen im Luftverkehr aktiviert.
Der EU-Kommissar für nachhaltigen Verkehr und Tourismus, Apostolos Tzitzikostas, betonte, der Schutz der Passagiere bleibe oberste Priorität. Er warnte zugleich davor, aktuell schon von einem gemeinsamen Urheber oder einer koordinierte Aktion auszugehen: “In dieser Phase ist es zu früh zu sagen, dass alle Vorfälle denselben Ursprung haben oder Teil einer koordinierten Operation sind.”
Die Ermittlungen in den einzelnen Fällen liegen weiterhin in der Verantwortung der zuständigen nationalen Behörden. Diese arbeiten eng mit Flughäfen, Fluggesellschaften und Sicherheitsbehörden zusammen.
Flugzeuge mussten auf Ausweichflughäfen landen
Unter den betroffenen Flügen befanden sich Maschinen mehrerer großer europäischer Airlines. Die Crews folgten nach Eingang der Warnungen strikt den Sicherheitsprotokollen und leiteten Kursänderungen ein.
Ein Aer Lingus-Flug von Dublin nach Rom wurde zum Flughafen Évreux westlich von Paris umgeleitet, begleitet von Militärflugzeugen. Die französischen Behörden bestätigten, dass alle 157 Menschen an Bord in Sicherheit gebracht wurden.
Weitere Zwischenfälle betrafen Maschinen von Wizz Air und Ryanair. Ein Wizz Air-Flug auf der Strecke von Mailand nach Warschau landete außerplanmäßig in Wien. Ein Ryanair-Flug von London nach Sofia wurde stattdessen ins bulgarische Plovdiv umgeleitet.
Bei sämtlichen Kontrollen wurde kein Sprengstoff entdeckt. Die Warnungen reichten aber aus, um besondere Prozeduren bei Fluggesellschaften und Behörden auszulösen.
Drohungen auch per E-Mail verschickt
Wie bekannt wurde, erhielten einige Luftfahrtunternehmen die Bombendrohungen per E-Mail. Zur Verantwortlichkeit hat sich bisher niemand bekannt.
Fachleute weisen darauf hin, dass eine Häufung solcher Meldungen in kurzer Zeit auf ein gezieltes Vorgehen hindeuten könnte. Bis zum Abschluss der Ermittlungen lässt sich jedoch nicht sagen, ob es sich um eine koordinierte Aktion, Nachahmungstaten oder mehrere unabhängige Fälle handelt.
Für die Einsatzkräfte stellt vor allem die Notwendigkeit dar, jede einzelne Drohung separat zu überprüfen. Auch eine letztlich unbegründete Meldung kann den Flugbetrieb massiv beeinträchtigen.
Falscher Alarm hat schwerwiegende Folgen
Eine Bombendrohung an Bord eines Passagierflugzeugs zählt zu den schwerwiegendsten Sicherheitsvorfällen in der zivilen Luftfahrt. Die Crew muss stets von einer realen Gefahr ausgehen und über das weitere, sicherste Vorgehen entscheiden.
Eine Umleitung des Flugzeugs erfordert die Zusammenarbeit von Piloten, Flugsicherung, dem Zielflughafen sowie Polizei, teils auch dem Militär. Am Ersatzflughafen werden die Maschine, das Gepäck und die Passagiere kontrolliert.
Auch wenn keine Sprengstoffe gefunden werden, sind die Konsequenzen beträchtlich: Passagiere müssen mit Verspätungen, verpassten Anschlüssen und Reiseänderungen rechnen. Fluggesellschaften und Flughäfen stehen vor logistischen Herausforderungen bei der sicheren Abfertigung und Weiterbeförderung der betroffenen Flüge.
Stehen die Vorfälle im Zusammenhang mit hybriden Bedrohungen?
Diese Serie von Vorfällen ereignet sich in einer Phase erhöhter Aufmerksamkeit der europäischen Sicherheitsbehörden für sogenannte hybride Bedrohungen. Diese reichen von Cyberangriffen über Sabotage und Desinformationskampagnen bis hin zur bewussten Störung kritischer Infrastruktur.
Bislang gibt es jedoch keine öffentlich bestätigten Hinweise, dass die aktuellen Bombendrohungen Teil einer solchen Operation sind oder von einem bestimmten Staat ausgehen. Die europäischen Behörden machen bislang keine Angaben zu möglichen Urhebern und konzentrieren sich auf die Einzelfall-Ermittlungen.
Über weiterreichende Sicherheitsrisiken in Europa berichteten wir auch im Artikel „Europa sieht sich einer Welle von Sabotagen ausgesetzt. Sicherheitsdienste warnen vor einer möglichen Eskalation.“
Sicherheitsvorkehrungen betreffen auch die Slowakei
Auch wenn die aktuelle Serie insbesondere Flüge in West- und Mitteleuropa betroffen hat, unterstreichen die Ereignisse die Notwendigkeit wirksamer Sicherheitsprozeduren an allen Flughäfen, auch in der Slowakei.
Am Flughafen Bratislava ereignete sich bereits im Oktober ein separater Sicherheitsvorfall: Nach der Landung wurde eine unbekannte weiße Substanz im Gepäckraum eines Flugzeugs entdeckt. Passagiere mussten vorübergehend im Terminal bleiben, bis die Einsatzkräfte den Fund überprüften. Später stellte sich heraus, dass keine Gefahr bestand.
Einzelheiten dazu lesen Sie im Artikel „Am Flughafen Bratislava wurde im Flugzeug eine weiße Substanz gefunden. Passagiere mussten im Gebäude bleiben.“
Ermittlungen dauern an – Herkunft der Drohungen weiter offen
Seitens der Europäischen Union ist bislang von keiner koordinierten Gesamtoperation die Rede. Entscheidend sei es herauszufinden, wer die Bombendrohungen verschickt hat, über welche Kanäle sie an die Fluggesellschaften gelangten und ob es Verbindungen zwischen den einzelnen Fällen gibt.
Bis auf Weiteres arbeiten die Mitgliedsstaaten eng mit Flughäfen, Airlines und Sicherheitsagenturen zusammen, um jede verdächtige Meldung sorgfältig zu überprüfen und die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten.
Bisher wurden bei allen Kontrollen keine explosiven Stoffe entdeckt. Dennoch zeigt das Ausmaß der Vorfälle, wie sehr selbst falsche Drohungen den europäischen Luftverkehr durcheinanderbringen können.
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.