Cyberangriffe stören Kühlanlagen italienischer Supermärkte – Regierung gibt Entwarnung
Cyberangriffe haben die Kühl- und Gefriersysteme mehrerer Supermärkte in Italien lahmgelegt. Durch die Angriffe kam es zu Problemen bei der Temperatursteuerung, was dazu führte, dass ein Teil der gefrorenen Lebensmittel auftauen konnte. Einige Produkte mussten aus dem Sortiment genommen werden. Die italienische Regierung betont jedoch, dass das Ausmaß der Vorfälle begrenzt geblieben sei und bislang keine Hinweise auf eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit vorliegen.
Die Angriffe ereigneten sich am Montag, dem 2. November 2026, und betrafen nicht nur Italien. Auch in anderen europäischen Ländern meldeten Handelsketten ähnliche Probleme. Die Vorfälle zeigen die Verwundbarkeit digital gesteuerter Kühlsysteme, die häufig mit dem Internet verbunden sind.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat die Lage gemeinsam mit Sicherheitsdienststellen und der Nationalen Agentur für Cybersicherheit untersuchen lassen. Zudem appellierte die Regierung an Handelsunternehmen, den Schutz ihrer technischen Systeme zu verstärken.
Italiens Regierung sieht Situation unter Kontrolle
Das Büro von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni betonte nach einer Sicherheitsberatung, dass die Cyberangriffe in Italien nur begrenzte Auswirkungen hatten. Es waren lediglich einige wenige Filialen von tausenden Geschäften im ganzen Land betroffen.
Nach einer ersten Einschätzung wurden bislang keine Fälle festgestellt, bei denen durch aufgetaute Tiefkühlkost eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit bestand. Die Regierung erklärte daher, es gebe keinen Grund zur Panik, hält beteiligte Behörden jedoch in erhöhter Bereitschaft.
An dem Treffen nahmen Vertreter der Geheimdienste, der Nationalen Agentur für Cybersicherheit und Regierungsmitglieder wie Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida teil.
Im Fokus der Behörden standen insbesondere das Ausmaß der Angriffe, potentielle Risiken für die Lebensmittelverteilung und der Schutz technischer Anlagen im Einzelhandel.
Betroffen waren vor allem ältere Kühlsysteme
Laut vorläufigen Erkenntnissen italienischer Behörden gelang es den Angreifern insbesondere, Systeme mit veralteten Sicherheitslösungen zu kompromittieren.
Besonders anfällig waren Kühlanlagen, die direkt ans Internet angeschlossen und nur unzureichend durch Zugangskontrollen geschützt waren. Solche Systeme bieten ein Einfallstor für unbefugte Zugriffe aus der Ferne.
Moderne Kühlanlagen in Supermärkten sind oft zentral vernetzt, so dass Mitarbeitende und Technikteams den Betrieb der Geräte auch aus der Ferne überwachen und steuern können.
Dieser Vorteil kann sich jedoch in ein Sicherheitsrisiko verwandeln, wenn Hersteller oder Betreiber den Fernzugriff nicht ausreichend absichern.
Nach Angaben der italienischen Regierung war der Großteil der Versorgungskette mit aktuellen Sicherheitstechnologien ausgestattet, die erfolgreiche Angriffe abwehren konnten. Die Vorfälle konzentrierten sich deshalb auf einen kleinen Anteil älterer Anlagen.
Angriffe betrafen auch Sizilien und weitere Regionen
Italienischen Medien zufolge traten die Probleme besonders auf Sizilien auf, betroffen waren aber auch Filialen in der Toskana sowie in der Region Emilia-Romagna.
Die Nachrichtenagentur ANSA berichtete von Vorfällen in einigen Supermärkten und Betrieben der Lebensmittelbranche. Laut der Agentur Anadolu bestätigte das Unternehmen Conad Schwierigkeiten in fünf seiner Filialen – davon zwei in Venetien und drei auf Sizilien.
In einigen Geschäften waren technische Maßnahmen erforderlich, um weitere Verluste zu verhindern. Spezialisten prüften die Geräte und stellten die Funktionsfähigkeit wieder her.
Das gesamte Ausmaß der Schäden sowie die endgültige Zahl der betroffenen Filialen werden noch ausgewertet. Italienische Behörden beobachten die Lage weiterhin genau.
Auch andere europäische Länder melden Cyberprobleme
Italien ist nicht das einzige Land, das in den vergangenen Tagen mit vergleichbaren Problemen zu kämpfen hatte. Störungen an Kühl- und Gefriersystemen, bei denen Cyberangriffe als Ursache vermutet werden, wurden auch aus weiteren europäischen Ländern bekannt.
Betroffen sind den verfügbaren Informationen nach:
- Belgien,
- Estland,
- Finnland,
- Irland,
- Luxemburg,
- Niederlande,
- Portugal,
- Schweden,
- Italien.
In Belgien berichteten mehrere Handelsketten von Problemen. Carrefour meldete etwa 15 betroffene Filialen innerhalb des eigenen Netzes. Auch bei Delhaize, Colruyt und Intermarché wurden Störungen bekannt.
In Schweden waren die Ketten ICA und Coop von Ausfällen bei Kühlanlagen betroffen. Nach Angaben von Coop betraf der Vorfall sieben Filialen von insgesamt über 800 Märkten im Land.
In Irland meldete SuperValu Störungen an Kühlanlagen in 13 Geschäften. Die Ketten nahmen vorsorglich einige Lebensmittel aus dem Verkauf und begannen nach der Behebung der Probleme, die Vorräte wieder aufzufüllen.
Europäische Einzelhändler stehen damit in mehreren Ländern vor einer ähnlichen Bedrohung. Noch ist aber unklar, ob alle Vorfälle einer gemeinsamen, koordinierten Attacke oder einzelnen, voneinander unabhängigen Angriffen zuzuordnen sind.
EU-Kommission warnt vor Risiko für Lebensmittelkette
Die Vorfälle haben auch auf EU-Ebene Beachtung gefunden. Christophe Hansen, EU-Kommissar für Landwirtschaft und Lebensmittel, nannte die Attacken eine ernste Bedrohung für die Lebensmittel-Lieferkette.
Er betonte, dass es sich nicht nur um ein technisches Problem einzelner Geschäfte handelt. Die Manipulation von Kühlsystemen stelle das Vertrauen der Verbraucher in die Lebensmittelsicherheit und die Zuverlässigkeit der Händler infrage.
Daher beobachten europäische Stellen, ob und in welchem Umfang sich solche Angriffe wiederholen und ausweiten. Sicherheitsempfehlungen betreffen insbesondere die strikte Trennung technischer Systeme von den üblichen IT-Netzen der Unternehmen und eine konsequente Kontrolle beim Fernzugriff.
Die Vorfälle zeigen zudem deutlich, dass Cybersicherheit längst nicht nur Banken, Behörden oder große Technologiekonzerne betrifft. Auch Geräte, die auf den ersten Blick wenig mit IT-Sicherheit zu tun haben, können zur Zielscheibe werden.
Polizei ermittelt zu den Hintergründen der Angriffe
Italienische Behörden haben Ermittlungen zu den Cybervorfällen aufgenommen. Auch die Postpolizei, die auf IT-Kriminalität spezialisiert ist, ist an der Aufklärung beteiligt.
Bislang ist nicht bekannt, wer hinter den Angriffen steckt. Es hat sich bisher keine Gruppe öffentlich dazu bekannt, und die Behörden haben keine Verbindung zu bestimmten Staaten oder Organisationen bestätigt.
Die Ermittler prüfen, wie sich die Angreifer Zugriff auf die Systeme verschaffen konnten, ob bekannte Schwachstellen ausgenutzt wurden und ob es gemeinsame Merkmale zwischen den einzelnen Fällen gibt.
Angesichts ähnlicher Vorfälle in mehreren Ländern wird auch die Möglichkeit einer breit angelegten, koordinierten Attacke untersucht. Derzeit gibt es jedoch keine Hinweise auf eine einzig gesteuerte paneuropäische Operation.
Ähnliche Angriffe bereits zuvor in Frankreich
Die aktuellen Vorfälle erinnern an einen Cyberangriff im Oktober, bei dem hunderte Supermärkte in Frankreich betroffen waren. Damals gelang es den Hackern, die Kühltechnik aus der Ferne zu manipulieren.
Die höhere Temperatur führte zu Schäden an Teilen der Frisch- und Tiefkühlprodukte. Die Händler mussten zahlreiche Waren entsorgen und ihre technischen Systeme überprüfen.
Die Ähnlichkeiten zwischen dem französischen Vorfall und den aktuellen Angriffen in Europa werfen die Frage auf, ob Angreifer die gleichen Schwachstellen ausnutzen.
Auch der vernetzte Sicherheitskontext wird thematisiert: Ein Artikel warnt, dass Europa einer Welle von Sabotageakten ausgesetzt ist und Sicherheitsdienste vor einer Eskalation der hybriden Bedrohungen durch Cyberoperationen und Eingriffe in kritische Infrastruktur warnen.
Was bedeutet das für die Kundinnen und Kunden?
Nach Angaben der italienischen Regierung besteht derzeit kein Grund zur Sorge um die Gesundheit der Verbraucher. Wenn jedoch die richtige Lagertemperatur nicht eingehalten werden kann, müssen die Händler prüfen, ob die Ware noch sicher verkauft werden kann.
Bei Tiefkühlware ist vor allem ein mögliches Auftauen und anschließendes Wiedergefrieren problematisch. Bei Frischprodukten kann eine längere Lagerung bei ungeeigneten Temperaturen zu Risiken führen.
Daher ist es wichtig, dass Handelsketten funktionierende Überwachungssysteme haben, um Temperaturabweichungen zeitnah zu erkennen. Im Zweifelsfall müssen möglicherweise geschädigte Produkte aus dem Verkauf genommen werden.
Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es in Italien jedoch keine Hinweise auf eine großflächige Gefährdung der öffentlichen Gesundheit.
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.