EU warnt Plattformen vor Ausstrahlung geplanter Hinrichtung in den USA
Die Europäische Union hat große digitale Plattformen eindringlich davor gewarnt, einen möglichen Livestream der geplanten Hinrichtung des verurteilten US-Amerikaners Nidal Malik Hasan zuzulassen. Brüssel betont, dass die Ausstrahlung derartiger Gewaltinhalte nach den Vorgaben des europäischen Digital Services Act (DSA) gegen geltende Vorschriften verstoßen könnte.
Brüssel mahnt Plattformen wie Meta, X und TikTok
Laut vorliegenden Informationen hat die Europäische Kommission die größten in der EU tätigen Online-Plattformen eindringlich aufgefordert, eine eventuelle Direktübertragung der Hinrichtung zu verhindern.
Die Warnung richtet sich insbesondere an Unternehmen hinter sozialen Netzwerken und Plattformen wie Meta, X und TikTok. Die EU erinnert daran, dass digitale Dienste in Europa verpflichtet sind, Vorschriften zum Umgang mit illegalen und schädlichen Inhalten einzuhalten.
Ein Informationsverbot zu dem Fall gibt es nicht. Der Unterschied besteht laut EU-Kommission zwischen journalistischer Berichterstattung über das Ereignis und der Verbreitung der eigentlichen Gewalttat als Live-Video.
Fall bezieht sich auf den verurteilten Attentäter von Fort Hood
Die geplante Hinrichtung betrifft Nidal Malik Hasan, einen ehemaligen Militärpsychiater, der wegen des Angriffs auf die Militärbasis Fort Hood in Texas im Jahr 2009 verurteilt wurde.
Bei dem Angriff kamen 13 Menschen ums Leben, weitere wurden verletzt. Hasan wurde zum Tode verurteilt. Medienberichten zufolge wird derzeit über eine mögliche öffentliche Übertragung der Hinrichtung diskutiert, die endgültige Entscheidung dazu liegt bei den US-Behörden.
Weder der damalige US-Präsident Donald Trump noch das Verteidigungsministerium haben laut verfügbaren Quellen bislang bestätigt, dass tatsächlich ein Livestream stattfinden soll.
Was das europäische Gesetz DSA vorschreibt
Der Digital Services Act ist eine EU-Verordnung, die die Pflichten großer Internetplattformen definiert. Ziel ist es, die Sicherheit im digitalen Raum zu erhöhen, die Verbreitung illegaler Inhalte einzudämmen und die Verantwortung der Diensteanbieter zu stärken.
Nach den DSA-Regeln müssen Plattformen Maßnahmen gegen Inhalte ergreifen, die ein erhebliches Risiko für Nutzer darstellen oder gegen europäische Rechtsnormen verstoßen.
Bei Regelverstößen kann die Europäische Kommission Maßnahmen einleiten und sanktionieren. Die größten Plattformen unterliegen dabei einer besonders strengen Kontrolle, weil sie von besonders vielen Menschen in der EU genutzt werden.
Debatte um die Grenzen der Meinungsfreiheit
Der Fall wirft eine grundsätzliche Debatte über die Abwägung zwischen Meinungsfreiheit, Informationsrecht der Öffentlichkeit und dem Schutz vor der Verbreitung extrem gewalttätiger Inhalte auf.
Befürworter strenger Vorschriften argumentieren, dass Livestreams von Gewaltakten zu Missbrauch, zur Verherrlichung von Gewalt oder zur Traumatisierung von Zuschauern führen können.
Kritiker der Plattformregulierung betonen jedoch, dass die Entscheidungsfindung über das Entfernen von Inhalten ausgewogen bleiben und legitime Berichterstattung oder öffentliche Debatte nicht beeinträchtigt werden darf.
Plattformen unter wachsendem Druck von Regulierungsbehörden
In den vergangenen Jahren hat die Europäische Union die Kontrolle über große Technologieunternehmen deutlich verstärkt. Der DSA schreibt unter anderem eine strengere Moderation von Inhalten, mehr Transparenz bei Algorithmen und verbesserten Nutzerschutz vor.
Für Plattformen wie Facebook, Instagram, X oder TikTok bedeutet das eine größere Verantwortung für die Inhalte, die unter europäischen Nutzern verbreitet werden.
Der Fall der geplanten Hinrichtung in den USA zeigt, dass EU-Regeln auch auf Ereignisse außerhalb Europas Anwendung finden können, sofern der Inhalt Nutzer in einem Mitgliedstaat betrifft.
Mehr zu Auseinandersetzungen zwischen Technologieplattformen und europäischen Regelungen lesen Sie im Beitrag „Die EU verschärft die Kontrolle großer Internetplattformen und deren Inhalte“.
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.