Falsche Polizistin bringt Senioren um Hunderttausende: Ältere Frau verliert 215.000 Euro
Ein österreichisches Gericht hat eine 25-jährige Frau verurteilt, die sich als Polizistin ausgab und gemeinsam mit einer organisierten Gruppe ältere Menschen um Geld und Wertgegenstände brachte. Laut österreichischen Medien liegt der Schaden bei über 230.000 Euro; die Angeklagte selbst sprach von rund einer Viertelmillion Euro.
Am härtesten traf es eine rund 80-jährige Frau aus Reith bei Kitzbühel: Sie verlor laut Gericht in drei Fällen insgesamt mehr als 215.000 Euro.
Mit Lügen über angeblich gefährdete Ersparnisse
Die Betrugsmasche folgte dem bekannten Muster der „falschen Polizisten“.
Die Opfer, meist Senioren, wurden telefonisch kontaktiert. Man gaukelte ihnen vor, ihre Ersparnisse oder Wertgegenstände seien durch kriminelle Aktivitäten bedroht und müssten „zur Sicherheit“ der Polizei übergeben werden.
Die 25-Jährige trat nach Ansicht des Gerichts als Abholerin für Bargeld und Wertgegenstände auf und arbeitete für die Gruppe.
Oft kam es zu keinem direkten Kontakt mit den Opfern. Wie Medien berichten, deponierten diese das Geld entweder vor ihrem Haus oder an zuvor vereinbarten Orten.
Derartige Betrugsfälle kommen auch in der Slowakei vor. Aktualizovane.sk berichtete kürzlich über einen Fall, bei dem sich Betrüger als hochrangige Polizeibeamte ausgaben und Namen realer Funktionäre verwendeten.
Ein Opfer wurde gleich dreimal hintergangen
Besonders groß war der Schaden bei einer Rentnerin in Reith bei Kitzbühel.
Laut österreichischen Medien wurden ihr im Juli 2025 nach und nach mehr als 215.000 Euro abgenommen.
Die Täter gelangten in drei voneinander unabhängigen Fällen an das Geld.
Nach Aussage der Angeklagten hatte sie nur einmal direkten Kontakt zum Opfer. In den übrigen Fällen wurden die Wertgegenstände an zuvor von anderen Gruppenmitgliedern festgelegten Orten abgelegt.
Weitere 18.400 Euro im Vorarlberg erbeutet
Auch im Jahr 2026 setzte sich die Masche fort.
Im Februar 2026 soll die 25-Jährige auf ähnliche Weise im Vorarlberg zusätzliche 18.400 Euro abgeholt haben.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau nicht als Hauptorganisatorin agierte.
Vor Gericht berichtete die Angeklagte, ein Mann aus Bulgarien habe sie über soziale Netzwerke kontaktiert und ihr telefonisch genaue Anweisungen gegeben.
Für ihre Beteiligung erhielt sie eigenen Angaben zufolge rund 16.000 Euro.
Sie gab an, Schulden gehabt zu haben
Vor Gericht gab die Frau an, sie habe aus finanzieller Not und wegen Schulden an den Betrugsaktionen teilgenommen.
Im Prozess gestand sie die Taten und zeigte laut Medien Reue.
Ihr Verteidiger betonte, die Angeklagte sei nur ein kleines Rad in einer größeren Organisation und eigentlich müssten vor allem die Drahtzieher vor Gericht stehen.
Das Gericht wertete ihre Mitwirkung jedoch als schweren Betrug im Rahmen einer kriminellen Vereinigung.
Aufmerksamer Ruheständler brachte die Polizei auf die Spur
Die kriminelle Struktur begann zu zerfallen, nachdem ein angesprochener Senior in Innsbruck misstrauisch wurde.
Statt das Geld zu übergeben, wandte er sich an die echte Polizei.
Dieser Schritt half den Ermittlern, der „Abholerin“ auf die Spur zu kommen.
Die österreichische Polizei registriert in letzter Zeit vermehrt ähnliche Fälle. Erst Anfang September verlor ein 87-Jähriger in Oberösterreich nach einem Anruf falscher Polizisten knapp 30.000 Euro in Bar- und Goldwerten.
Urteil: Zwei Jahre Haft
Das Landesgericht Innsbruck verurteilte die 25-jährige Frau zu 24 Monaten Haft.
Acht Monate der Strafe sind unbedingt zu verbüßen.
Da sie bereits sieben Monate in Untersuchungshaft verbracht hatte, wurde sie nach dem Prozess laut Krone Zeitung bedingt aus der Haft entlassen.
Aktualizovane.sk berichtete ebenfalls über einen Fall, bei dem eine Gemeinde bei Žilina nach ähnlicher Vorgehensweise 77.000 Euro an Betrüger verlor, die sich als Polizei ausgaben.
Ziel: Angst erzeugen und Druck aufbauen
Charakteristisch für solche Betrugsfälle ist die Erzeugung von Dringlichkeit und Angst.
Die Anrufer behaupten, das Vermögen der Opfer sei in Gefahr, es werde gegen Diebe ermittelt oder man müsse das Eigentum umgehend „sichern“.
Die echte Polizei fordert jedoch niemals dazu auf, Bargeld vor die Haustür zu legen, Gelder an Unbekannte zu übergeben oder Zugangsdaten preiszugeben.
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Der Fall macht zudem deutlich, dass in solchen Netzwerken die Aufgaben verteilt sind – von Anrufern über Organisatoren bis hin zu Abholern der Beute.
Die Ermittlungen gegen führende Köpfe innerhalb der Gruppe dauern laut bisher vorliegenden Informationen noch an. Die Hauptverantwortlichen stehen bislang nicht vor Gericht.
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.