Kyjiw bereitet sich auf eine Überlebensstrategie im Winter vor – Russland attackiert Brücken und Energieversorgung
Die ukrainische Hauptstadt Kyjiw bereitet sich vor dem kommenden Winter auf weitere russische Angriffe auf kritische Infrastruktur vor. Bürgermeister Vitali Klitschko spricht vom „Überlebensmodus“, denn russische Attacken der letzten Wochen trafen bereits das Energiesystem, Brücken und weitere zentrale Einrichtungen der Metropole. Die Stadt richtet nun Notfalltransportsysteme ein, sorgt für Reserve-Heizquellen sowie Vorräte an Treibstoff, Lebensmitteln und Wasser.
Klitschko warnt vor schwierigem Winter
„Heute ist überleben die zentrale Frage“, erklärte Klitschko in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Damit reagierte er auf die zunehmende Intensität der russischen Angriffe, welche laut ihm immer mehr Infrastruktur für das tägliche Leben der Stadt treffen.
Kyjiw bereitet sich derweil auf eine Zeit vor, in der das Funktionieren der Energieversorgung noch wichtiger wird. Sinkende Temperaturen treiben den Bedarf an Strom und Heizwärme in die Höhe – längere Ausfälle könnten den Alltag der Bewohner erheblich erschweren.
Die ukrainische Regierung hatte bereits zuvor erklärt, dass Kyjiw seinen Resilienzplan für die Heizperiode 2026/2027 aktualisiert hat. Es werden alternative Energiequellen und Schutzmaßnahmen für kritische Infrastruktur eingeplant.
Russland nimmt nun auch Brücken in Kyjiw ins Visier
Eine neue Entwicklung der vergangenen Wochen sind Angriffe auf die Brücken über den Fluss Dnepr.
Die Brücken verbinden die einzelnen Stadtteile der etwa drei Millionen Einwohner zählenden Metropole. Ihre Beschädigung kann den Verkehr massiv beeinträchtigen. Klitschko betonte, dass die Verbindung zwischen linkem und rechtem Flussufer zentral für die Funktionsfähigkeit der Stadt ist.
Die Stadt bereitet deshalb alternative Pontonbrücken vor, um im Falle weiterer Schäden an der Hauptinfrastruktur den Verkehr aufrechterhalten zu können.
Angriffe auf Brücken stellen zudem einen Strategiewechsel im Vergleich zu früheren Kriegsphasen dar. Russische Drohnen zielten in den vergangenen Tagen wiederholt auf Verkehrsanlagen über den Dnepr.
Stromausfälle trafen bereits die Metro
Die Probleme betreffen jedoch nicht nur den Straßenverkehr.
Nach einem Angriff kam es zu Stromausfällen, in deren Folge die Kyjiwer Metro für mehrere Stunden stillstand. In manchen Stadtteilen wurden zudem Unterbrechungen in der Wasserversorgung registriert.
Klitschko warnte, dass weitere Schäden an der Wasserinfrastruktur zu noch größeren Problemen führen könnten.
Kyjiw legt daher Vorräte an Treibstoff, Lebensmitteln und Trinkwasser an und richtet Reserve-Heizsysteme ein. Ziel ist, die Grundversorgung der Stadt auch dann sicherzustellen, wenn russische Angriffe weitere Teile des Energiesystems zerstören sollten.
Energieversorgung bleibt zentrales Problem vor dem Winter
Russland hatte in der Vergangenheit wiederholt gezielt ukrainische Kraftwerke, Umspannwerke und andere Energieanlagen angegriffen. Für den Winter 2026/2027 rechnet die Ukraine daher mit einem anhaltend hohen Risiko weiterer Attacken.
Die Lage wird zudem durch den Zustand der ukrainischen Luftabwehr erschwert. Nach derzeitigen Erkenntnissen benötigt Kyjiw insbesondere Nachschub an Raketen für Patriot-Systeme, die für die Abwehr ballistischer Raketen essenziell sind.
Auf den Mangel an Abfangraketen wurde auch im Artikel „Der Ukraine gehen die Patriot-Raketen aus. Russland intensiviert die Angriffe – größte Sorge gilt dem Winter“ hingewiesen.
Kyjiw will schlimmstes Szenario vergangener Winter nicht wiederholen
In den vergangenen Wintern mussten ukrainische Städte immer wieder weitreichende Strom- und Heizungsausfälle nach russischen Raketen- und Drohnenangriffen verkraften.
In Kyjiw ist die Situation besonders sensibel, weil das Ausmaß der Stadt eine hohe Abhängigkeit von zentraler Energie- und Heizungsinfrastruktur mit sich bringt.
Die Internationale Energieagentur warnte bereits, dass Schäden an der ukrainischen Energieinfrastruktur das Risiko von Stromengpässen in den Wintermonaten erhöhen. Bei niedrigen Temperaturen steigt der Bedarf an Strom und Wärme stark an.
Stadt setzt auf alternative Lösungen
Kyjiws Behörden wollen daher nicht bis zum Winter warten.
Neben Vorräten an Treibstoff und Lebensmitteln werden alternative Heiz- und Energiequellen vorbereitet. Besonders im Fokus stehen Objekte der kritischen Infrastruktur.
Ziel ist es, dass die Beschädigung einer einzelnen Anlage nicht automatisch zu einem längerfristigen Ausfall in großen Teilen der Stadt führt.
Laut ukrainischer Regierung muss der Schutz von Energieanlagen und die Sicherstellung alternativer Quellen Teil eines umfassenden Resilienzplans für Kyjiw sein.
Ohne Luftabwehr könnte die Lage noch kritischer werden
Klitschko warnt, dass allein städtische Vorbereitungen nicht ausreichen könnten.
Funktioniert die Luftabwehr nicht ausreichend, könnten weiterhin Energie- und Verkehrsanlagen getroffen werden. Deshalb gehört die Stärkung der Luftverteidigung zu den wichtigsten Forderungen der Ukraine an internationale Partner.
Deutschland hat bereits weitere finanzielle und militärische Unterstützung angekündigt, darunter Hilfen für Verteidigungsdrohnen und die Wiederherstellung beschädigter Energie-Infrastruktur. Über die Unterstützung Kyjiws vor dem Winter wurde auch im Beitrag „Deutschland verspricht der Ukraine eine Milliarde Euro für Waffen und Verteidigungsdrohnen“ berichtet.
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.