USA weiten Anklage gegen Ex-Präsident Maduro aus – Vorwürfe der Folter an Oppositionellen
US-Staatsanwälte haben die Strafverfolgung gegen den ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und dessen Ehefrau Cilia Flores ausgeweitet. Die neue Anklageschrift wirft ihnen vor, sich verschworen zu haben, um politische Gegner sowie US-Bürger zu foltern. Damit kommt ein weiterer schwerer Vorwurf zu den bestehenden Anschuldigungen hinzu, die bereits Drogenhandel betreffen.
Staatsanwälte erweitern Anklage um Verdacht auf Verschwörung zur Folter
Die erweiterte Anklageschrift wurde am Donnerstag an einem Bundesgericht in Manhattan veröffentlicht. Nach Einschätzung der US-Staatsanwaltschaft soll Maduro während seiner Amtszeit gezielt Folter bei bestimmten Personen genehmigt und ein System der willkürlichen Festnahmen, Gewalt und Repression gegen politische Gegner beaufsichtigt haben.
Die Anklage argumentiert, dieses Repressionssystem sei zur Sicherung der politischen Macht genutzt worden. In den Unterlagen wird von konkreten Fällen berichtet, bei denen elektrische Schocks, Schläge oder Erstickungsmethoden angewandt worden sein sollen. Mindestens drei US-Bürger sollen laut den Dokumenten zu den mutmaßlichen Opfern zählen.
Es handelt sich hierbei um Anklagen der US-Justiz, nicht um erwiesene Schuld. Maduro und Flores weisen sämtliche Vorwürfe zurück.
Anklageschrift nennt Tausende verfolgte Venezolaner
Laut den US-Staatsanwälten waren die Repressionsmaßnahmen in Venezuela weitaus umfassender als die einzelnen in der Anklage aufgeführten Fälle.
Den Unterlagen zufolge wurden zwischen 1999 und 2025 Tausende Venezolanerinnen und Venezolaner eingeschüchtert, verhaftet, strafrechtlich verfolgt, angegriffen, gefoltert oder sogar getötet – jeweils durch Personen, die im Auftrag des Staatsapparates handelten.
Einige der beschriebenen Taten ereigneten sich demnach während Phasen politischer Unruhen oder immer dann, wenn die Regierung bestimmte Personen als Bedrohung für Maduros Macht ansah.
Anklage: Elektroschocks und psychische Gewalt
Die US-Anklageschrift beschreibt verschiedene Formen der mutmaßlichen Folter, darunter Elektroschocks, körperliche Übergriffe und simuliertes Ertränken.
Staatsanwälte werfen Maduro zudem vor, bestimmte Foltermethoden ausdrücklich gebilligt und einem Gefangenen sogar mit der Tötung seines Kindes gedroht zu haben. Solche Drohungen wertet die US-Justiz als Form psychischer Folter.
Diese Vorwürfe müssen nun im Gerichtsprozess geprüft werden.
Maduro und Flores stehen bereits wegen weiteren Straftaten vor Gericht
Die neuen Anschuldigungen erweitern das Strafverfahren, das die US-Staatsanwaltschaft seit Anfang des Jahres gegen das Paar führt.
Maduro und Flores waren in den USA bereits wegen Kokain-Schmuggels und anderer Delikte angeklagt worden. Beide hatten die ursprünglichen Vorwürfe zurückgewiesen und sich zu den neuen Anklagepunkten bislang nicht geäußert.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters droht den beiden im Fall einer Verurteilung eine sehr lange Haftstrafe, darunter eine gesetzliche Mindeststrafe von 50 Jahren Gefängnis.
Verteidigung weist Vorwürfe zurück
Maduros Anwalt Barry Pollack erklärte, sein Mandant weise die neuen Anklagen zurück und werde seine Verteidigung vor Gericht führen.
Auch die Anwälte von Cilia Flores wiesen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück. Sie kritisierten zudem die zeitliche Veröffentlichung der aktuellen Anklage und kündigten an, sich im Rahmen des Prozesses detailliert dazu zu äußern.
Für das Verfahren gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
Flores bat um Freilassung aus der Haft
Gleichzeitig beschäftigte sich das Gericht mit einem Antrag von Cilia Flores auf Haftverschonung und Verlegung in den Hausarrest, den ihre Anwälte mit gesundheitlichen Problemen begründeten.
Richter Alvin Hellerstein lehnte das Gesuch ab. Den vorliegenden Informationen zufolge bleiben Maduro und Flores weiterhin in der Bundeshaft in Brooklyn. Der Prozessbeginn ist für den 1. Juni 2027 angesetzt.
Politische Veränderungen in Venezuela nach Festnahme Maduros
Maduro war Anfang Januar 2026 von US-Einsatzkräften in Caracas festgenommen und in die Vereinigten Staaten überführt worden. Seither wird das Land von der früheren Vizepräsidentin Delcy Rodríguez geführt.
Auch die Beziehungen zwischen Washington und Caracas haben sich seitdem gewandelt. Die neue venezolanische Führung hat die Zusammenarbeit mit den USA intensiviert – auch wenn Themen wie politische Gefangene und Menschenrechte weiterhin als sensibel gelten.
Fälle politischer Verfolgung in Venezuela sorgten bereits zuvor für Öffentlichkeit. So löste der Tod eines politischen Häftlings in venezolanischer Haft landesweit Empörung aus, woraufhin die Regierung die Untersuchung des Vorfalls anordnete.
Washington passt Beziehungen zur neuen Regierung an
Die Entwicklung im Strafverfahren fällt in eine Phase, in der sich die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela auch in anderen Bereichen verändern.
Im September strich Washington Venezuela von der Liste der Länder, die nach US-Einschätzung ihre Verpflichtungen zur Bekämpfung des illegalen Drogenhandels nicht einhalten. Dennoch bleibt Venezuela nach Ansicht der USA ein wichtiger Transitstaat im internationalen Drogenhandel. Die USA haben ihren Kurs gegenüber Venezuela gelockert und bewerten die Kooperation mit der neuen Führung anders als zu Zeiten von Maduro.
Das aktuelle Strafverfahren gegen Maduro läuft somit parallel zu einer neuen Phase der Beziehungen zwischen Washington und Caracas.
Bereits im Januar hatten die USA die Festnahme des ehemaligen venezolanischen Präsidenten und dessen Überstellung bekannt gegeben. Die damalige US-Operation in Venezuela sorgte international für starke Aufmerksamkeit und warf Fragen nach der Zukunft des Landes auf.
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.