Streit zwischen Seoul und Kiew: Veröffentlichung nordkoreanischer Kriegsgefangener sorgt für diplomatische Spannungen
Südkorea untersucht derzeit die Beweggründe von Wolodymyr Selenskyj, der öffentlich den Transfer von zwei nordkoreanischen Kriegsgefangenen nach Seoul bekannt gegeben hatte. Nach Einschätzung des südkoreanischen Geheimdienstes könnte der ukrainische Präsident mit der Veröffentlichung versucht haben, die öffentliche Unterstützung für mögliche Waffenlieferungen an die Ukraine zu stärken. Es handelt sich hierbei jedoch ausschließlich um die Bewertung des südkoreanischen Geheimdienstes; ein bestätigtes Motiv von Selenskyj liegt nicht vor.
Zwei nordkoreanische Soldaten nach Südkorea gebracht
Die beiden nordkoreanischen Soldaten wurden Anfang 2025 von ukrainischen Streitkräften im Gebiet Kursk gefangen genommen, wo sie auf Seiten der russischen Armee kämpften. Beide baten anschließend darum, nach Südkorea umgesiedelt zu werden.
Selenskyj kündigte ihren Transfer während seiner Rede zur UN-Generalversammlung im September an. Nach vorliegenden Informationen erreichten die Männer Mitte September südkoreanisches Territorium.
Die Angelegenheit entwickelte sich in der Folgezeit zu einem diplomatischen Konflikt zwischen Kiew und Seoul.
Seoul verweist auf Geheimhaltungsabkommen
Die südkoreanische Seite erklärte zunächst, dass es ein gegenseitiges Abkommen über Vertraulichkeit zwischen beiden Staaten gegeben habe. Ziel war es, die Gefangenen und ihre Angehörigen in Nordkorea zu schützen.
Südkoreas Präsident I Che-myong bezeichnete die öffentliche Mitteilung daher als bedauerlich und verlangte von Kiew eine Erklärung. Die ukrainische Seite bezweifelte jedoch das Bestehen einer formellen Geheimhaltungsvereinbarung. Nach Angaben von Berater Dmytro Lytwyn habe die Ukraine lediglich den Transfer an sich öffentlich gemacht, jedoch keine persönlichen Daten der Soldaten veröffentlicht.
Aktualizovane.sk hatte bereits über den Streit berichtet. Südkorea wirft der Ukraine vor, eine geheime Vereinbarung zu den Gefangenen gebrochen zu haben.
Waffenfrage rückt in den Fokus
Neueste Erkenntnisse verschärfen die Auseinandersetzung weiter. Der südkoreanische Abgeordnete Ju Jong-ha erklärte, nach Auskunft des Geheimdienstes habe Selenskyj die Bekanntgabe womöglich dazu genutzt, die öffentliche Meinung in Seoul zugunsten von Waffenlieferungen und weiterer Unterstützung für die Ukraine zu beeinflussen.
Diese Aussage stellt jedoch bislang lediglich eine Interpretation dar, die dem südkoreanischen Geheimdienst zugeschrieben und öffentlich durch den Abgeordneten kommuniziert wurde. Ein bestätigter Grund für den Schritt Selenskyjs ist es nicht.
Südkorea leistet der Ukraine humanitäre und weitere Unterstützung. Die direkte militärische Hilfe, insbesondere die Lieferung von Waffen, ist allerdings weiterhin ein sensibles Thema. Seoul hat bislang keine tödlichen Waffen an Kiew geliefert.
Diplomatischer Streit hat weiteres Gewicht
Die Lage wird zusätzlich dadurch erschwert, dass Südkorea mit der zunehmenden militärischen Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea konfrontiert ist. Nordkoreanische Soldaten wurden auf russischer Seite im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt.
Die Veröffentlichung des Schicksals der beiden Gefangenen betrifft daher nicht nur deren Ausreise. Für Seoul handelt es sich zudem um eine besonders heikle sicherheitspolitische und diplomatische Frage mit Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen der koreanischen Halbinsel, Russland und der Ukraine.
Aktualizovane.sk berichtete auch über die jüngsten Spannungen auf der koreanischen Halbinsel, etwa nach einem Minen-Vorfall in der Demilitarisierten Zone: An der Grenze der beiden Koreas explodierte eine Mine, drei Offiziere wurden verletzt.
Entscheidend bleibt nun, ob die Differenzen zwischen Kiew und Seoul durch Erklärungen beigelegt werden können oder ob sie zukünftige Gespräche über weitere Unterstützung der Ukraine beeinflussen.
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.