Über 1.100 Gletscher in der Schweiz seit den 1970ern verschwunden
Die Schweizer Alpen erleben einen dramatischen Eisverlust. Nach dem bisher heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen wird ein weiterer deutlicher Rückgang des Gletscher-Volumens erwartet. Seit Anfang der 1970er Jahre sind in der Schweiz bereits mehr als 1.100 Gletscher vollständig verschwunden.
Das Gletschermessnetz GLAMOS warnt, dass die Schmelzrate weiterhin auf außergewöhnlich hohem Niveau liegt. Das extrem warme Sommerwetter folgte in diesem Jahr zudem auf einen Winter, in dem die Schneereserven der Gletscher sehr früh abgeschmolzen sind.
Das Jahr 2026 brachte Rekordhitze in der Schweiz
Wie der Schweizer Bundesdienst für Meteorologie und Klimatologie MeteoSuisse bestätigt, waren die Monate Juni, Juli und August die wärmsten seit Beginn der Messungen im Jahr 1864.
Gerade die Kombination aus hohen Temperaturen und einer fehlenden schützenden Schneeschicht beschleunigt den Eisverlust erheblich.
Bereits im Juni machte Matthias Huss, Leiter von GLAMOS, darauf aufmerksam, dass auf den Schweizer Gletschern sämtlicher Schnee und das während des Winters gebildete Eis bereits abgeschmolzen waren.
Deshalb trat der sogenannte Gletscherschwundtag in diesem Jahr außergewöhnlich früh ein.
Früher wurde dieser Tag lediglich 2022 gemessen.
Fast ein Viertel des Gletscher-Volumens in zehn Jahren verloren
Das Problem beschränkt sich nicht auf ein einziges Extremjahr.
Längerfristige Messungen belegen einen deutlichen Trend.
In den Jahren 2015 bis 2025 verloren die Schweizer Gletscher etwa 24 Prozent ihres Volumens. Zum Vergleich: Zwischen 1990 und 2000 betrug der Verlust rund zehn Prozent.
Allein im Jahr 2025 ist laut GLAMOS ein weiteres Minus von drei Prozent beim Gletschervolumen zu verzeichnen.
Dies war der vierthöchste gemessene jährliche Rückgang, lediglich die Jahre 2022, 2023 und 2003 wiesen noch stärkere Verluste auf.
Die Lage in den Alpen wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Aktualizovane.sk berichtete erst vor Kurzem, dass der österreichische Dachstein schon im September von Neuschnee bedeckt war.
Kurze Kälteeinbrüche oder Schneefälle ändern jedoch nichts am langfristigen Trend des zurückgehenden Gletschervolumens.
Bereits mehr als 1.100 Gletscher komplett verschwunden
Die wohl eindrücklichste Zahl bezieht sich auf die langfristige Entwicklung.
Seit den Anfängen der 1970er Jahre sind in der Schweiz mehr als 1.100 Gletscher nicht mehr existent.
Einige kleine Gletscher sind so weit geschrumpft, dass sie nicht mehr als eigenständige Eiskörper erfasst werden.
Der Rückgang der Gletscher verändert das alpine Landschaftsbild, kann aber auch die Stabilität von Berghängen, die Wasserversorgung und die Sicherheit in alpinen Regionen beeinflussen.
Solche Risiken betreffen nicht nur Europa. Aktualizovane.sk berichtete ebenso über eine zerstörerische Flut in den Himalaya nach dem Kollaps eines Gletschers, die eindrucksvoll zeigte, wie gravierend schnelle Veränderungen in Hochgebirgsregionen werden können.
Schweiz erwärmt sich rascher als der globale Durchschnitt
Nach Angaben von MeteoSuisse erwärmt sich die Schweiz etwa doppelt so schnell wie der weltweite Durchschnitt.
Zu den am deutlichsten betroffenen Gebieten Europas zählen die Alpenregionen, wo die Folgen steigender Temperaturen besonders schnell sichtbar werden.
Forschende warnen, dass ohne wirkungsvolle Einschränkungen der globalen Erwärmung die Schweizer Gletscher bis zum Ende dieses Jahrhunderts nahezu komplett verschwinden könnten.
Es handelt sich dabei nicht um ein rein schweizerisches Problem. Zentraleuropa erlebt immer häufiger extreme Hitzewellen und die Alpen sind eine der Regionen, in denen der Klimawandel besonders ausgeprägt ist.
Die kommenden Jahre sind entscheidend
Ein neuer Jahresbericht von GLAMOS soll präzise Daten zum Eisverlust der Schweiz im Jahr 2026 liefern.
Schon jetzt zeigen die verfügbaren Messungen: Der Trend bleibt negativ.
Setzt sich die Entwicklung fort, könnten etliche kleinere Gletscher in den nächsten Jahrzehnten endgültig aus der Alpenregion verschwinden.
Was vor wenigen Generationen noch selbstverständlich zu den Schweizer Alpen gehörte, verschwindet nun sichtbar vor unseren Augen.
Quellen: Pravda, TASR, GLAMOS, MeteoSuisse Foto: KI-generiert (illustrativ)
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.