Iran kündigt harte Vergeltung für jeden Angriff an – Diplomatische Gespräche laufen weiter
Iran hat den USA und Israel eine weitere deutliche Warnung ausgesprochen. Teheran betonte, dass jeder neue militärische Angriff auf das Land eine harte Vergeltung nach sich ziehen und den Konflikt auf einen weitaus größeren Teil des Nahen Ostens ausweiten könnte. Die iranische Führung hält dabei trotz der steigenden Spannungen an ihrer Offenheit für eine diplomatische Lösung fest.
Die jüngsten Stellungnahmen der iranischen Armee und von Außenminister Abbas Araghchi erfolgen in einer Phase, in der Katar versucht, die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Washington und Teheran zu vermitteln. Eine Delegation aus Katar ist in der iranischen Hauptstadt eingetroffen, um dazu beizutragen, eine weitere militärische Eskalation zu verhindern. Über die Ergebnisse der Gespräche herrscht weiterhin Ungewissheit.
Iranische Armee warnt vor Ausweitung des Krieges
Der Sprecher der iranischen Armee, Mohammad Akraminia, warnte am Samstag, dem 31. Oktober, dass ein möglicher neuer US-Angriff zu einem größeren Krieg in der Region führen könnte.
Seinen Angaben zufolge müsse sich ein solcher Konflikt nicht auf das iranische Staatsgebiet beschränken. Sollte US-Präsident Donald Trump unter dem Druck Israels weitere militärische Operationen anordnen, könnten die Folgen eine deutlich größere geografische Region betreffen, erklärte er.
In ähnlicher Weise äußerte sich auch der iranische Außenminister Abbas Araghchi. Er betonte, dass die iranischen Streitkräfte bereit seien, mit aller Härte gegen jeden vorzugehen, der versucht, die iranische Bevölkerung zu bedrohen.
Diese Aussagen erhöhen das rhetorische Spannungsniveau zwischen Teheran und Washington abermals. Die iranische Führung macht unmissverständlich klar, dass ein erneuter Angriff nicht unbeantwortet bleiben würde und das Land – falls notwendig – sogar eine Ausweitung des Konflikts in Kauf nehmen würde, um sich zu verteidigen.
Katar bemüht sich um Erhalt der diplomatischen Gespräche
Die militärischen Drohungen fallen in eine Phase intensiver diplomatischer Aktivität. Am Freitag traf eine Delegation aus Katar in Teheran ein, um mit hochrangigen iranischen Vertretern zu beraten.
Katar zählt zu den Ländern, die zwischen den Vereinigten Staaten und Iran vermitteln. Auch weitere Staaten der Region, darunter Pakistan, die Türkei und Saudi-Arabien, engagieren sich in den diplomatischen Bemühungen.
Ziel der Vermittler ist es, die Gespräche wiederzubeleben und eine neuerliche Ausweitung des Konflikts nach den jüngsten Monaten militärischer Auseinandersetzungen zu verhindern. Diplomatischen Kreisen zufolge versucht die katarische Delegation, noch vor den US-Kongresswahlen am 3. November eine Einigung zu erzielen.
Allerdings erschweren unterschiedliche Vorstellungen beider Seiten die Verhandlungen erheblich. Washington beharrt darauf, dass auch das iranische Atomprogramm Teil eines möglichen Abkommens sein müsse. Teheran dagegen verlangt, zuerst die Fragen rund um das Ende der Kämpfe, die US-Blockade und die Sanktionen zu klären.
Brief von J. D. Vance soll Weg für eine Einigung ebnen
Auch der US-Vizepräsident J. D. Vance ist in die diplomatischen Bemühungen involviert. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, schrieb er im Auftrag von Präsident Donald Trump einen Brief an das ranghohe Mitglied des iranischen Sicherheitsapparats, Mohsen Rezaei.
Ziel dieser Kontaktaufnahme sei es, die Gespräche wiederzubeleben und eine weitere militärische Eskalation abzuwenden. Iran hat bestätigt, den Brief der Vereinigten Staaten erhalten zu haben, bislang aber keine offizielle Antwort bekannt gegeben.
Trump erklärte später vor Journalisten, Vance habe Iran im Zusammenhang mit humanitärer Hilfe kontaktiert. Die genauen Umstände des Austauschs bleiben somit Gegenstand unterschiedlicher Interpretationen.
Wie aus verfügbaren Informationen hervorgeht, bleibt der diplomatische Kanal geöffnet. Besonders die Vermittlung durch Katar und andere Akteure könnte aktuell eine der wenigen Optionen sein, um einer neuerlichen großflächigen militärischen Auseinandersetzung vorzubeugen.
Hormuzstraße und Sanktionen bleiben zentrale Hürden
Eine der Schlüsselfragen der Gespräche ist die Zukunft der strategisch wichtigen Hormuzstraße, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet und einer der bedeutendsten Seewege für den weltweiten Erdöl- und Flüssiggashandel ist.
Iran hat vorgeschlagen, dass die Schifffahrt durch die Straße innerhalb von sieben Tagen wieder aufgenommen werden könnte, sofern Washington seine Forderungen erfüllt. Zu den Bedingungen Teherans gehören das Ende der Kampfhandlungen, die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen, die Freigabe eingefrorener Geldmittel und eine Lockerung der Exportbeschränkungen für iranisches Öl.
Teheran hat zuvor klargestellt, dass auch das Ende feindlicher Operationen an anderen Fronten gefordert wird. Washington hingegen verlangt, dass das Atomprogramm Teherans von Anfang an Teil der Gespräche sein muss.
Gerade die Reihenfolge der einzelnen Schritte stellt ein zentrales Problem dar. Die Vereinigten Staaten fordern ein sofortiges Atomabkommen, während Iran zunächst Zugeständnisse bei Blockade und Sanktionen erreichen will.
Weitere Einzelheiten zu Teherans früheren Forderungen und dessen Vorschlägen zur Beendigung des Kriegs haben wir im Artikel „Iran legte Trump Bedingungen zur Beendigung des Krieges vor – wartet auf Antwort“ berichtet.
Trump zwischen Diplomatie und militärischem Druck
US-Präsident Donald Trump hat weitere militärische Operationen gegen Iran bislang nicht ausgeschlossen. Gleichzeitig betont er wiederholt die Möglichkeit einer Einigung, die den Konflikt beilegen und die Frage des iranischen Atomprogramms lösen könnte.
Washington erhöht den Druck auf Teheran weiterhin durch wirtschaftliche Maßnahmen. Die US-Blockade iranischer Häfen erschwert den wichtigen Erdölexport erheblich und beeinträchtigt damit eine zentrale Einnahmequelle der iranischen Wirtschaft.
Teheran steht somit unter doppeltem Druck: Einerseits muss es mit der Möglichkeit erneuter amerikanischer oder israelischer Angriffe rechnen, andererseits kämpft die Wirtschaft mit den Folgen der Sanktionen und eingeschränktem Handel.
Trump erklärte gemäß früheren Äußerungen, dass die Verhandlungen voranschritten. Eine endgültige Einigung liegt jedoch bislang nicht vor. Noch vor den Wahlen schloss Trump einen Angriff auf Iran aus und betonte den Fortschritt der Gespräche.
Teheran bereitet militärische Antwort vor
Aus den letzten Wochen vorliegenden Informationen zufolge bereitet die iranische Führung Szenarien für den Fall vor, dass die Vereinigten Staaten neue große Militäroperationen starten. Die Militärführung prüft demnach einen größeren Kreis potenzieller Ziele als bei früheren Angriffen.
Wie von mit den Planungen vertrauten Quellen übermittelt wurde, müsste sich eine mögliche iranische Vergeltung nicht allein gegen amerikanische Einrichtungen richten. Auch Anlagen in Staaten, die US-Militäroperationen unterstützen, oder Ziele außerhalb des Nahen Ostens könnten in Betracht gezogen werden.
Iran habe zudem verbündete bewaffnete Gruppen im Libanon, Jemen und Irak aufgefordert, für eine koordinierte Reaktion bereit zu sein. Dabei handelt es sich allerdings um nicht-offizielle Informationen aus anonymen Quellen – es handelt sich nicht um die Bekanntgabe eines konkreten militärischen Plans.
Ein solches Vorgehen hätte potenziell schwerwiegende Folgen für die gesamte Region. Betroffen wären dann amerikanische Interessen, die Sicherheit von Bündnispartnern und auch der internationale Schiffsverkehr.
Einigung noch möglich, doch das Eskalationsrisiko steigt
Die diplomatischen Bemühungen gehen zwar weiter, doch die unterschiedlichen Forderungen Washingtons und Teherans verringern die Aussicht auf eine schnelle Lösung deutlich. Iran verweigert Gespräche über das Atomprogramm, solange nicht die Sanktionen und die Blockade zuvor geklärt werden, während die USA das Atomthema zur Hauptbedingung für ein Ende des Konflikts machen.
Hinzu kommt die bevorstehende Abstimmung in den USA: Das Ergebnis der Kongresswahlen könnte die innenpolitische Lage Donald Trumps beeinflussen und seinen Spielraum für weitere militärische Entscheidungen bestimmen.
Katar und andere regionale Vermittler versuchen daher, das verbleibende diplomatische Zeitfenster zu nutzen. Sollte kein Kompromiss gefunden werden, steht der Nahe Osten womöglich vor einer weiteren Runde von Kämpfen mit Auswirkungen weit über Iran hinaus.
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.