Trump wird zur Belastung für Republikaner – Demokraten könnten Kongress gewinnen
US-Präsident Donald Trump könnte seiner Republikanischen Partei die bevorstehenden Kongresswahlen im November erheblich erschweren. Wie Politologe Joshua Ferrer von der American University in Washington betont, führen Trumps geringe Popularität und steigende Lebenshaltungskosten dazu, dass die Demokraten gestärkt in den Wahlkampf ziehen. Seiner Einschätzung nach haben sie gute Chancen, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu erringen und könnten auch den Senat ins Wanken bringen. Entscheidend werde sein, ob es den Republikanern gelingt, jene Wähler zu motivieren, die Trump bei den Präsidentschaftswahlen ihre Stimme gaben.
Kongresswahlen als entscheidender Test für Trumps Popularität
Am 3. November 2026 bestimmen die Amerikaner die neue Zusammensetzung des Repräsentantenhauses sowie rund ein Drittel des Senats. Die sogenannten Midterms finden zur Halbzeit der Präsidentschaft statt und gelten nicht selten als Zwischenauswertung der bisherigen Amtsführung des Präsidenten.
Auch dieses Mal dürfte das nicht anders sein, so Joshua Ferrer im Gespräch mit TASR. Zwar steht Trump selbst nicht zur Wahl, doch haben seine Politik und seine Popularitätswerte spürbaren Einfluss auf die Erfolgsaussichten republikanischer Kandidaten in den Bundesstaaten.
Der Politologe sieht die Demokraten vor allem im Rennen um das Repräsentantenhaus im Vorteil. Im Senat bleibt die Lage komplizierter, da dort mehrere enge Duelle zu erwarten sind.
Sollten die Republikaner die Kontrolle über eine oder beide Kammern des Kongresses verlieren, dürfte es für die Trump-Regierung deutlich schwieriger werden, Gesetze und Haushaltsvorhaben durchzusetzen.
Präsident stößt auf ungewöhnlich viel Unzufriedenheit
Eines der größten Probleme der Republikaner ist Trumps niedrige Zustimmung in der Bevölkerung. Nach aktuellen Umfragen, zitiert von Aktuality.sk, bewerten lediglich rund 37 Prozent der Amerikaner seine Amtsführung positiv, während 60 Prozent sie ablehnen.
Diese Werte könnten besonders dort zur Hypothek werden, wo die Abstimmungsergebnisse erfahrungsgemäß sehr knapp ausfallen. Ein Teil der Wähler könnte sich dazu entscheiden, gegen Kandidaten der Regierungspartei zu stimmen, um so ihren Unmut über den Präsidenten auszudrücken.
Laut Ferrer droht Trump seiner eigenen Partei zur Belastung zu werden. Die Republikaner können zwar weiterhin auf den harten Kern seiner Anhängerschaft bauen, doch entscheidet der Wahlausgang auch über die Stimmen jener, die noch unentschlossen sind oder sich bei ihrer Entscheidung vor allem an wirtschaftlichen Fragen orientieren.
Hohe Preise bewegen die Wähler mehr als Außenpolitik
Ferrer betont, dass die wirtschaftliche Situation einen entscheidenden Einfluss auf das Wahlergebnis haben wird. Die Amerikaner sorgen sich vor allem wegen hoher Preise für Treibstoffe, Güter des täglichen Bedarfs und gestiegener Zinsen.
Die steigenden Lebenshaltungskosten könnten Präsident Trump schaden, der im Wahlkampf wirtschaftliche Verbesserungen zugesagt hatte. Sollten sich viele Bürger finanziell schlechter gestellt fühlen, dürfte sich das auch an der Wahlurne für den Kongress zeigen.
Laut dem Politologen wird die Außenpolitik vermutlich weniger entscheidend sein als wirtschaftliche Themen im Inland. Selbst ein möglicher Krieg mit Iran dürfte für die meisten Wähler nicht so gewichtig sein wie die alltäglichen Kosten der Haushalte.
Dennoch könnten internationale Entwicklungen das Ergebnis beeinflussen – etwa wenn sich ein Konflikt zuspitzt oder erhebliche Auswirkungen auf Energiepreise hat. In einem solchen Fall würde Außenpolitik schnell Teil der wirtschaftlichen Debatte.
Demokraten setzen auf Wirtschaft und Unzufriedenheit mit Trump
Während die Republikaner laut Ferrer verstärkt kulturelle und gesellschaftliche Themen in den Fokus rücken, konzentrieren sich die Demokraten auf ökonomische Probleme und die Unzufriedenheit mit Trumps Führung.
Im republikanischen Wahlkampf stehen etwa Migration oder Fragen rund um transgeschlechtliche Sportler im Vordergrund. Die Demokraten hingegen thematisieren Preissteigerungen, Lebensstandard und die Auswirkungen der derzeitigen Regierungspolitik.
Mit dieser Strategie könnten die Demokraten vor allem unabhängige Wähler und Unentschlossene ansprechen. Allerdings reicht allein Trumps Unbeliebtheit nicht als Garant für einen Wahlsieg. Auch die Demokraten stehen in der Pflicht, einen glaubwürdigen Plan vorzulegen und konkrete Lösungen aufzuzeigen.
Im Senat zählen knappe Duelle
Im Repräsentantenhaus verfügen die Demokraten laut Ferrer über einen deutlichen Vorteil, doch im Senat bleibt das Rennen spannend.
Die Demokraten müssen zusätzliche Mandate gewinnen und zugleich ihre bestehenden verteidigen. Besonders in den Bundesstaaten Maine, Texas, Ohio und Iowa könnten schon geringe Stimmenverschiebungen das Kräfteverhältnis entscheiden, so der Politologe.
Auch die Wahlbeteiligung ist von großer Bedeutung. Entscheidend wird sein, ob es den Republikanern gelingt, die Unterstützung jener Wahlberechtigten zu sichern, die Trump bereits 2016 und 2024 gewählt haben – insbesondere da der Präsident diesmal selbst nicht auf dem Stimmzettel steht.
Sollte ein Teil der Trump-Anhänger zu Hause bleiben, könnten den republikanischen Kandidaten entscheidende Stimmen fehlen.
Was würde ein Kongressverlust für Trump bedeuten?
Sollten die Demokraten zumindest eine der beiden Kongresskammern erobern, könnten sie den Gesetzgebungsprozess und die Kontrolle über die Regierung deutlich stärker prägen. Eine Mehrheit in beiden Kammern würde Trumps Spielraum zusätzlich deutlich einengen.
Ein solcher Ausgang würde auch das politische Klima in den USA vor der nächsten Präsidentschaftswahl prägen. Die Republikaner müssten prüfen, ob die Niederlage auf Trumps Politik, die wirtschaftliche Bilanz oder die allgemeine Ausrichtung der Partei zurückzuführen ist.
Bislang handelt es sich jedoch um Prognosen, die auf Umfragen und Experteneinschätzungen beruhen. Die tatsächlichen Mehrheitsverhältnisse werden letztlich von der Mobilisierung der Wähler und den Kampagnen in den letzten Wochen vor der Abstimmung bestimmt.
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.