Frankreich und Spanien signalisieren Offenheit für britische Rückkehr in die EU
Die Debatte um eine mögliche Rückkehr Großbritanniens in die Europäische Union bewegt inzwischen nicht mehr nur die britische Innenpolitik. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez signalisierten Unterstützung für die Option, dass das Vereinigte Königreich in Zukunft wieder Teil der EU werden könnte. Macron nannte diese Vorstellung eine „hervorragende Nachricht“.
Britischer Premier eröffnet Mitgliedschaftsdebatte
Die Diskussion wurde durch Aussagen des britischen Premierministers Andy Burnham ausgelöst, der verschiedene Optionen für die künftigen Beziehungen Londons zu Brüssel ins Gespräch brachte.
So erwähnte Burnham laut der Nachrichtenagentur Reuters nicht nur eine engere Zusammenarbeit, eine Rückkehr in die Zollunion oder den Binnenmarkt, sondern auch einen vollwertigen Wiedereintritt Großbritanniens in die EU.
Burnham betonte zugleich, dass seine Regierung die Wahlversprechen der Labour-Partei weiterhin respektiere. Diese hatten vorgesehen, dass Großbritannien außerhalb der EU, des Binnenmarkts und der Zollunion bleibt. Dennoch wolle er die Debatte um das langfristige Verhältnis zu Europa neu anstoßen.
Macron sieht mögliche Rückkehr als gute Nachricht
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußerte sich positiv zur Aussicht einer britischen Rückkehr.
Bei einem Besuch in Spanien stellten Macron und Spaniens Premier Pedro Sánchez ihre Offenheit für eine mögliche Rückkehr Großbritanniens in den europäischen Block unter Beweis. Macron bezeichnete allein die Möglichkeit einer Debatte darüber als „hervorragende Nachricht“.
Sánchez erklärte zudem, Spanien würde eine solche Entwicklung begrüßen.
Die Aussagen bedeuten jedoch nicht, dass bereits ein Aufnahmeprozess Großbritanniens in die EU eingeleitet wurde. Es handelt sich um politische Unterstützung für eine Option, die der britische Premier aktuell offen anspricht.
Brexit hat die Beziehungen auf Jahre geprägt
Das Vereinigte Königreich verließ die Europäische Union am 31. Januar 2020. Nach einer Übergangsfrist traten am 1. Januar 2021 neue Regelungen für die Beziehungen zwischen London und Brüssel in Kraft.
Seitdem ist Großbritannien weder Teil des EU-Binnenmarkts noch der Zollunion.
Eine mögliche Rückkehr würde daher nicht einfach eine Wiederaufnahme der alten Mitgliedschaft bedeuten. Es wäre ein neuer politischer und rechtlicher Prozess sowie eine Einigung zwischen Großbritannien und den Mitgliedstaaten notwendig.
Aktualizovane.sk hatte bereits in früheren Berichten über die Entwicklung der britisch-europäischen Beziehungen nach dem Brexit berichtet. Mit dem Brexit wurde die Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU im Jahr 2020 beendet.
Großbritannien prüft aktuell auch engere Zusammenarbeit
Die Diskussion über eine mögliche Mitgliedschaft kommt zu einer Zeit, in der London und Brüssel Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit ausloten – auch ohne einen sofortigen EU-Beitritt Großbritanniens.
Die britische Regierung hat in den vergangenen Monaten die Notwendigkeit engerer Beziehungen mit den europäischen Partnern hervorgehoben. Zu den Gesprächsthemen zählen Handel, Sicherheit, Verteidigung oder die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung illegaler Überfahrten durch den Ärmelkanal.
Frankreich bleibt dabei einer der wichtigsten Partner Großbritanniens bei den Migrationsfragen rund um den Ärmelkanal. Derzeit hat Paris allerdings auch entschieden, das Sonderabkommen zur Rückführung von Migranten zum 1. Oktober 2026 auslaufen zu lassen.
Frankreich und Großbritannien prüfen perspektivisch die Zusammenarbeit nach dem Brexit weiter.
Rückkehr wäre nicht kurzfristig zu erwarten
Burnhams Äußerungen sind vor allem als Anstoß einer politischen Debatte zu verstehen.
Reuters weist darauf hin, dass grundlegende Veränderungen im Verhältnis zur EU Fragen künftiger politischer Entwicklungen und eines möglichen neuen Wahlmandats wären. Die aktuelle britische Regierung hält weiter an ihrem bisherigen Kurs fest: Großbritannien bleibt außerhalb der EU.
Selbst wenn Großbritannien perspektivisch die Rückkehr anstreben würde, müsste das Land einen Beitrittsprozess durchlaufen und die Mitgliedschaftskriterien erfüllen. Die endgültige Entscheidung über eine Wiederaufnahme träfe letztlich die Gemeinschaft der EU-Staaten.
Derzeit handelt es sich also nicht um eine Ankündigung einer Rückkehr, sondern um eine deutliche Änderung im Ton der Debatte über das zukünftige Verhältnis Londons zu Europa.
Macron plädiert für ein stärkeres Europa und eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsländern.
LESEN SIE AUCH
Großbritannien sucht nach dem Brexit nach neuen Beziehungen zu Europa. Im Gespräch ist eine engere Kooperation.
Die EU sucht neue Wege: Im Zentrum stehen weiterhin Sicherheit, Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit.
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.