Ende der US-Präsenz im Irak: Letzte Truppen ziehen ab, Sorgen wachsen
Nach mehr als zwei Jahrzehnten geht eine weitere Ära der US-Militärpräsenz im Irak zu Ende. Die Frist für den Abzug der verbliebenen amerikanischen Truppen von den irakischen Stützpunkten läuft am Mittwoch ab. Der Rückzug beruht auf einem Abkommen, das Bagdad und Washington im Jahr 2024 unter der Regierung von Joe Biden abgeschlossen haben und dessen Umsetzung nun von der Regierung Donald Trump fortgeführt wird.
Während Iran und seine Verbündeten den Schritt begrüßen, warnen Teile der irakischen Sicherheitsbehörden vor einem drohenden Machtvakuum. Ihre Befürchtungen richten sich vor allem auf eine Stärkung proiranischer Milizen und darauf, dass Zellen des Islamischen Staates den entstandenen Raum für sich nutzen könnten.
Amerikaner verlassen nach Jahren ihre Stützpunkte im Irak
Die US-Militärpräsenz im Irak blickt auf eine bewegte Geschichte zurück.
2003 marschierten die Vereinigten Staaten militärisch in den Irak ein und stürzten das Regime von Saddam Hussein. Es folgte eine Phase der Besatzung, Aufstandsbewegungen und erheblicher sicherheitspolitischer Herausforderungen.
Gegen Ende 2011 zogen sich die amerikanischen Soldaten weitgehend aus dem Land zurück.
Drei Jahre später kehrten sie jedoch zurück, als der rasante Aufstieg des Islamischen Staates große Gebiete im Irak und in Syrien unter dessen Kontrolle brachte.
Nun steht das nächste Kapitel an.
Wer füllt das entstehende Vakuum?
Der Abzug der US-Truppen genießt im Irak breite politische Unterstützung, weil er als Schritt zur Wiederherstellung der vollständigen Souveränität des Landes gilt.
Nicht alle halten das aktuelle Timing für sicher.
Einige irakische Vertreter betonen, dass amerikanische Aufklärung, Logistik und Drohnentechnologie bislang bei der Kontrolle des Islamischen Staates entscheidend waren.
Auch wenn das einstige Kalifat territorial zerstört wurde, so sind laut irakischen Sicherheitskreisen weiterhin einzelne Zellen der Organisation aktiv.
Die Sicherheitslage im Nahen Osten bleibt zudem äußerst instabil. Wie Aktualizovane.sk berichtete, hatte Iran die Huthi-Milizen aufgerufen, sich auf eine mögliche Blockade des Roten Meeres bei weiteren Eskalationen mit den USA vorzubereiten.
Iran begrüßt den Abzug der Amerikaner
Teheran bewertet das Ende der amerikanischen Militärpräsenz als positiven Schritt.
Der Iran hat seit langem erheblichen politischen und sicherheitspolitischen Einfluss im Irak und arbeitet eng mit mehreren schiitischen Gruppen zusammen.
Genau diese Entwicklung sorgt bei Kritikern des US-Abzugs für Besorgnis.
Die amerikanische Präsenz habe bislang ein Gegengewicht zum wachsenden iranischen Einfluss geschaffen; nach deren Ende könnte sich das Kräfteverhältnis im Irak maßgeblich verschieben.
Im Laufe des Jahres ist zudem die Spannung zwischen Washington und Teheran deutlich gestiegen. Aktualizovane.sk berichtete, dass Iran Schäden an seiner Energie-Infrastruktur nach US-Angriffen eingeräumt hat.
Bewaffnete Milizen geben ihre Waffen vorerst nicht ab
Der Abzug der US-Truppen sollte ursprünglich mit der Entwaffnung nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen im Irak einhergehen.
Dieser Zeitplan hat sich jedoch verschoben.
Laut Quellen hat die irakische Regierung die Frist für die vollständige Entwaffnung und Eingliederung dieser Gruppen in staatliche Strukturen nun bis zum 30. Juni 2027 verlängert.
Damit verlässt das amerikanische Militär das Land, bevor die Frage der Milizen endgültig geklärt ist.
Gerade dieses zeitliche Gefälle gilt als besonders sensibler Punkt für die weitere Entwicklung.
Islamischer Staat bleibt Bedrohung
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist der Islamische Staat.
Zwar kontrolliert die Organisation längst keine ausgedehnten Gebiete mehr wie zu Zeiten ihres größten Erfolgs, doch vollständig verschwunden sind ihre Zellen nicht.
Irakische Sicherheitskreise warnen laut Ursprungsbericht sogar vor Angriffsvorbereitungen, mit denen der IS seine Handlungsfähigkeit demonstrieren will.
Der US-Abzug bleibt daher nicht nur ein symbolischer Abschluss einer historischen Ära.
Welches Gewicht diese Entscheidung tatsächlich hat, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen – abhängig davon, ob Bagdad ohne die militärische Unterstützung der USA die Sicherheitskontrolle bewahren kann.
Quelle: Pravda
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.