Kokain-Schmuggler gab sich als Skifahrer aus – Polizei findet 30 Kilo in Mercedes
WIEN – Die österreichische Polizei hat ein internationales Drogennetzwerk ausgehoben, das Kokain aus Spanien nach Wien schmuggelte. Die Schmuggler nutzten dafür einen luxuriösen Mercedes, eigens zum Drogentransport umgebaut. Um die Tarnung perfekt zu machen, lag im Fahrzeug eine Skiausrüstung – der Fahrer sollte wie ein gewöhnlicher Wintertourist erscheinen. Ermittler stellten über 30 Kilogramm Kokain im geschätzten Wert von drei bis 3,5 Millionen Euro und mehr als 27 Kilogramm Haschisch sicher. Das Verfahren erhielt eine dramatische Wendung, als einer der Tatverdächtigen seine Ex-Frau mit dem Tod bedrohte – die Polizei musste ihr Vorgehen deshalb vorverlegen.
Die Wiener Polizei präsentierte Details zu dem umfangreichen Anti-Drogen-Einsatz am Montag, 2. November 2026.
Die Ermittlungen liefen von Herbst 2025 bis März 2026 und umfassten mehrere europäische Staaten.
Für die Wiener Kriminalbeamten war es der größte Kokainfund ihres Dezernats in den letzten zehn Jahren.
Unauffällige Garage als Umschlagplatz des Drogenrings
Den Ermittlern kam die Spur der Gruppe durch Informationen aus dem Wiener Nachtleben zu Ohren.
In einem Lokal im Bezirk Meidling florierte laut Polizei der Kokainhandel. Es gab Hinweise auf weitere mögliche Waffengeschäfte.
Das Hauptaugenmerk der Kriminalisten richtete sich bald auf einen 43-jährigen serbischen Staatsbürger.
Der Mann war in Österreich nicht gemeldet, soll aber eine gemietete Wohnung und eine Garage in einem Wohnhaus im Wiener Bezirk Liesing genutzt haben.
Dieser Ort diente nach Erkenntnissen der Polizei als Umschlagplatz und zur weiteren Verteilung der Drogen.
Die Ermittler beobachteten die Bewegungen der Verdächtigen und deckten schrittweise Verbindungen innerhalb des Netzwerks auf.
Internationale Drogenringe stehen nicht nur in Österreich im Fokus. Auch die slowakische Polizei zerschlug kürzlich eine Bande, die zig Kilo Methamphetamin und Kokain verteilte.
Skiausrüstung im Mercedes sollte Schmuggel kaschieren
Eines der auffälligsten Beweisstücke war ein luxuriöser Mercedes der S-Klasse, den die Gruppe für den Drogentransport verwendete.
Im Inneren des Autos befanden sich Skier, Skischuhe und weiteres Sportequipment.
Laut Ermittlern war das keineswegs Zufall.
Der Fahrer sollte so den Eindruck eines Ski-Touristen auf dem Weg in den Winterurlaub erwecken.
Tatsächlich aber diente der Wagen dem Kokainschmuggel.
Die Drogen waren in einem speziell angefertigten Hohlraum hinter den Rücksitzen versteckt, der durch einen Magnetmechanismus geöffnet werden konnte.
Laut Kriminalisten war das Versteck so raffiniert, dass es bei normalen Kontrollen nur schwer zu entdecken war.
Erst Spezialisten des österreichischen Bundeskriminalamts gelang es, weitere zehn Kilo Kokain im Versteck des Fahrzeugs zu finden.
Kokain kam aus Spanien über mehrere Länder nach Österreich
Im Lauf der Ermittlungen rekonstruierte die Polizei eine weite Schmuggelroute.
Die Drogen stammten aus dem spanischen Valencia.
Die Schmuggler nutzten eine Route über Frankreich, von dort mit der Fähre ins italienische Genua und anschließend auf dem Landweg nach Österreich.
Im Januar 2026 konnten Ermittler die Übernahme von rund 20 Kilogramm Kokain in Wien beobachten.
Während der Operation wurde zudem die Übergabe von rund 600 Gramm an weitere mutmaßliche Verteiler dokumentiert.
Daraufhin nahm die Polizei den Hauptverdächtigen sowie weitere Personen fest.
Ein weiteres Mitglied der Bande, ein 31-jähriger kroatischer Staatsbürger, versuchte mit dem präparierten Mercedes Österreich zu verlassen.
Er wurde an der Grenzstation Spielfeld in Richtung Slowenien gestoppt.
Erst bei eingehender Kontrolle entdeckten die Ermittler das restliche Kokain im Wagen.
Für den Drogentransport werden mitunter ungewöhnliche Methoden genutzt. So wurde bereits über einen Fall berichtet, bei dem Kokain in Sahnetorten versteckt war.
Drogen im Millionenwert sichergestellt
Im Zuge der Operation stellten die österreichischen Ermittler beträchtliche Mengen an Betäubungsmitteln, Bargeld und weitere Beweismittel sicher.
Laut offizieller Bilanz der Wiener Polizei wurden folgende Gegenstände sichergestellt:
- 30,16 Kilogramm Kokain – die größte Menge, die das Wiener Landeskriminalamt in den letzten zehn Jahren sicherstellte.
- 27,46 Kilogramm Haschisch – Cannabis-Harz, vermutlich zur weiteren Verteilung bestimmt.
- 435,6 Gramm Marihuana.
- 16.850 Euro Bargeld.
- Das modifizierte Schmugglerfahrzeug mit verstecktem Drogenfach.
Der geschätzte Schwarzmarktwert des beschlagnahmten Kokains lag bei etwa drei bis 3,5 Millionen Euro.
Dies ist eine polizeiliche Schätzung und entspricht nicht den tatsächlich erzielten Gewinnen der Täter.
Internationaler Drogenschmuggel bleibt auch in anderen europäischen Ländern Problem: In Spanien etwa wurde zuletzt eine Gruppe zerschlagen, die Haschisch aus Marokko per Hubschrauber transportierte.
Ermittlungen wurden wegen Morddrohung unterbrochen
Im Rahmen der Überwachung der Gruppe erhielten die Ermittler Hinweise auf ein weiteres schwerwiegendes Delikt.
Eines der Bandenmitglieder, ein 38-jähriger Österreicher, soll seine Ex-Ehefrau über längere Zeit verfolgt haben.
Laut Polizei war dieser Mann bereits in der Vergangenheit wegen Gewaltdelikten und gefährlicher Drohungen bestraft worden.
Die Ermittler erfuhren, dass er seiner Ex-Frau mit dem Tod gedroht haben soll.
Die Frau äußerte zudem den Verdacht, dass er sie und die Kinder überwache.
Laut Polizei wurde die Bedrohungslage als unmittelbar eingestuft.
Zum Schutz der Frau unterbrachen die Kriminalbeamten die langfristige Überwachung der Drogengruppe.
In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft wurde die Festnahme des Verdächtigen eingeleitet.
Geladene Pistole und Überwachungsgeräte im Auto gefunden
Beim Zugriff fanden die Ermittler in der Mittelkonsole des Autos des 38-jährigen Mannes eine geladene Schusswaffe.
Außerdem wurden Geräte sichergestellt, die zur Überwachung anderer genutzt werden konnten.
Laut Polizei nutzte der Mann offenbar ein Ortungsgerät, um das Auto seiner Ex-Frau zu verfolgen.
Außerdem stießen Ermittler auf kleinere Mengen Kokain und Marihuana.
Laut den Ermittlern stand bei ihrem Eingreifen der Schutz der Frau an erster Stelle.
Major Christoph Hackl vom Landeskriminalamt Wien erklärte, die Verhinderung einer möglichen Tat zum Nachteil der Frau sei wichtiger gewesen als die Fortsetzung der Ermittlungen im Drogenbereich.
Laut Polizei konnte womöglich eine schwere Gewalttat verhindert werden. Das bedeutet nicht, dass ein konkreter Plan oder eine Verurteilung wegen Mordversuchs vorliegt.
Gewalt in engen Beziehungen ist auch in der Slowakei ein zentrales Thema für die Sicherheitsbehörden.
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Sechs Festnahmen, internationale Zusammenarbeit und lange Haftstrafen
Die Operation betraf nicht nur Österreich.
Im Rahmen polizeilicher Zusammenarbeit kam es zu einer weiteren Festnahme in Düsseldorf in Deutschland.
Durchsuchungen wurden auch im spanischen Valencia durchgeführt.
Die österreichische Polizei meldete insgesamt sechs Festnahmen im Zuge der Ermittlungen.
Fünf Festnahmen betrafen grenzüberschreitende Drogenkriminalität, eine erfolgte wegen Bedrohung der Ex-Ehefrau.
Laut Berichten österreichischer Medien wurden die Gruppenmitglieder bereits zu einer Gesamthaft von 17 Jahren und zwei Monaten ohne Bewährung verurteilt.
Die genannte Strafe ist die zusammengefasste Haftzeit für mehrere Täter, nicht für einen Einzelnen.
Immer aufwendigere Methoden: Drogenverstecke in Alltagstransportern
Der Fall aus Wien zeigt, dass Drogenschmuggel häufig auf unspektakulärer Infrastruktur basiert.
Nach Einschätzung der Ermittler werden Garagen in Wohnhäusern, gewöhnliche Autos und legal wirkende Betriebe regelmäßig zum Verstecken und Verteilen von Drogen missbraucht.
Auch in der Slowakei beschäftigte sich die Polizei im Oktober 2026 mit Fällen, in denen Drogen auf besonders ausgeklügelte Weise versteckt wurden.
Bei der Aktion KAUF beschlagnahmten die Ermittler Drogen mit einem geschätzten Wert von mindestens 160.000 Euro.
In einer weiteren Operation griffen Kriminalisten in Turzovka (Kysuce) ein und stellten Cannabis sowie eine verdächtige kristalline Substanz sicher.
Auch wenn es sich um getrennte Ermittlungen handelt, unterstreichen alle Fälle die Bedeutung kriminalpolizeilicher Arbeit bei der Aufdeckung von Drogenkriminalität.
Größter Erfolg: Nicht nur Drogenfund, sondern auch Lebensschutz
Die Wiener Ermittler bewerten die Operation als wichtigen Schlag gegen den organisierten Drogenhandel.
Mit der Sicherstellung von über 30 Kilogramm Kokain erzielten sie einen Rekordfund.
Gleichzeitig betonen sie, dass sich die Prioritäten während der Ermittlungen verschoben haben.
Beim Verdacht auf akute Lebensgefahr für eine Frau wurde das weitere Observieren der Gruppe zugunsten ihres Schutzes zurückgestellt.
So ist es nicht nur gelungen, einen großen Drogenfund zu machen und eine Schmugglerbande zu zerschlagen. Nach Einschätzung der Polizei wurde auch mögliches tödliches Gewaltverbrechen verhindert.
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Quellen: Kronen Zeitung (2.11.2026), Landespolizeidirektion Wien, ORF Wien, Heute.at. Foto: AI-generiert
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.