Ungarns Premier Magyar und Präsident Selenskyj kommen erstmals zu bilateralen Gesprächen zusammen
Der ungarische Premierminister Péter Magyar hat sich am 16. Oktober 2026 am Rande des EU-Gipfels mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen. Das erste bilaterale Gespräch der beiden soll die seit Jahren angespannten Beziehungen zwischen Budapest und Kiew verbessern, die insbesondere durch Streitigkeiten rund um die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine und das wiederholte Veto Ungarns beim EU-Beitritt der Ukraine belastet wurden.
Das Treffen folgte auf die Verabschiedung neuer Vorschriften in der Ukraine bezüglich des Unterrichts in den Muttersprachen nationaler Minderheiten. Im Gegenzug beendete Ungarn seine Blockade weiterer Kapitel der EU-Beitrittsverhandlungen mit Kiew.
Magyar und Selenskyj suchen Weg zu neuem Vertrauen
Das Gespräch gilt als wichtiger diplomatischer Schritt nach Jahren der Spannungen zwischen den beiden Ländern. Unter der Regierung von Viktor Orbán hatte Budapest regelmäßig gegen ukrainische Sprach- und Bildungsgesetze protestiert und seine Position innerhalb der EU genutzt, um den Integrationsprozess der Ukraine zu verzögern.
Der neue Premier Péter Magyar kündigte nun einen pragmatischeren Kurs an. Seine Regierung betont allerdings weiterhin, dass die Ukraine ihre Verpflichtungen beim Schutz der Rechte der ungarischen Minderheit einhalten müsse.
Nach dem Treffen erklärte Magyar, das neue Gesetz zur Ausbildung nationaler Minderheiten sei „ein erster Schritt zur Wiederherstellung gegenseitigen Vertrauens“. Zugleich zeigte er sich solidarisch mit der Ukraine angesichts der russischen Aggression.
Ukraine passt Regeln für nationale Minderheiten an
Ein zentrales Streitthema in den Beziehungen war der Status der etwa 100.000 Menschen zählenden ungarischen Minderheit in der Ukraine, vor allem in der Region Transkarpatien.
Kiew hat neue gesetzliche Regelungen verabschiedet, die den Gebrauch ausgewählter Minderheitensprachen im Schulunterricht und bei schulischen Aktivitäten erweitern. Die Maßnahmen betreffen auch Rahmenbedingungen für den Unterricht und einzelne Prüfungen.
Ukrainisch bleibt die Sprache der staatlichen Bildung, doch die neuen Regelungen stärken den Schutz des Unterrichts in Minderheitensprachen, sofern diese zugleich Amtssprachen der Europäischen Union sind.
Die Änderungen eröffneten dem EU-Beitrittsprozess der Ukraine neue Perspektiven. Weitere Hintergründe zur europäischen Integration der Ukraine finden Sie im Artikel „Die Ukraine strebt EU- und NATO-Beitritt an“.
Brüssel öffnet weitere Kapitel der Beitrittsgespräche
Nachdem Ungarn seinen Widerspruch zurückgezogen hat, konnten die EU-Mitgliedsstaaten mit der Ukraine zwei weitere Bereiche der Beitrittsverhandlungen eröffnen. Insgesamt hat die Ukraine damit in vier von sechs Verhandlungsklustern Fortschritte erzielt.
Dies ist ein bedeutender Schritt, bedeutet jedoch noch nicht, dass der ukrainische EU-Beitritt in naher Zukunft bevorsteht. Der Beitrittsprozess verlangt umfassende Reformen, die Anpassung von Rechtsvorschriften an EU-Standards sowie die Zustimmung der Mitgliedsstaaten zu jeder einzelnen Etappe.
Der Kurswechsel Budapests kann weitere Verhandlungen erleichtern, doch deren Tempo hängt auch von Kiews Umsetzung der Bedingungen und von den Entscheidungen anderer Mitgliedsstaaten ab.
Beziehungen verbessern sich – offene Fragen bleiben
Das Treffen zwischen Magyar und Selenskyj zeigt die Bereitschaft beider Regierungen für einen fortgesetzten Dialog. Weitere Ministergespräche sind geplant und sollen sich um die Umsetzung der Vereinbarungen und praktische Fragen der bilateralen Beziehungen drehen.
Eine vollständige Lösung aller Streitpunkte wurde bislang nicht erreicht. Budapest will die Lage der ungarischen Minderheit weiter genau beobachten, und die Ukraine steht vor weiteren schwierigen Schritten im Beitrittsprozess.
Die jüngsten Entwicklungen verdeutlichen den hohen Stellenwert bilateraler Beziehungen im EU-Erweiterungsprozess. Weitere Zusammenhänge europäischer Sicherheitspolitik behandelt der Artikel „Die NATO ändert ihre Strategie und verstärkt die Verteidigung“.
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Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus der slowakischen Originalfassung übersetzt.